28.11.2009

Indigenas in weiß und Partybus

So 22.11. (Santa Marta) Mit dem kleinen Rucksack ausgerüstet, brechen wir heute zu einer Wanderung im Tayrona Nationalpark auf. Die Gruppe teilt sich. Norbert, Steffi, Beate, Hannelore, Elke und ich wählen die 4h Wanderung zum Pueblito, einem verlassenen Dorf aus dem Jahren 400-1600 nach Christus. Der Rest geht ca. 1h direkt zum Hängenmattenlager in Arefice. Zuerst geht es ca. 1h steil bergauf. Normalerweise kein Problem, bei diesen Temperaturen ist man leider bereits nach 5min klatschnass geschwitzt. Nach einer weiteren Stunde erreichen wir Pueblito. Bereits auf dem Weg sind uns Kogi-Indigenas entgegengekommen, die hier noch in der Gegend leben. Sie sind sehr klein, tragen ausschließlich weiße Tracht, manchmal mit Mütze. Die Frauen tragen rote Korallen, die Männer haben sehr lange Haare. Warum weiße Kleidung? Ist mir ein Rätsel, das ist doch im Dschungel die unpraktischste Farbe überhaupt. In Pueblito treffen wir auf eine Familie, die das Dorf sauberhält und ein bißchen Selbstgemachtes verkauft. Der Mann ist sehr stolz und schaut sehr ernst in die Kamera. Seine Frau darf auch mit aufs Bild. Die Kinder springen nur im Hintergrund rum. Im Dorf haben mal bis zu 2000 Menschen gelebt. Wasser wurde in einer Zisterne gesammelt und auf Terrassen, die mit Steinen umgrenzt wurden, bauten die Familien ihre Rundhütten aus Holz. Als die Spanier kamen sind die Einwohner krank geworden und gestorben und/oder haben das Dorf verlassen. Das weiß man nicht so genau. Ansonsten gibt es hier viele angelegte Treppen, die in den Wald führen. Der Guide Davis sagt, dass hier sozusagen die Cuidad Perdida (Verlorene Stadt) in klein zu sehen ist. Jetzt kommt der interessanteste Teil der Strecke. Es geht über große Felsen und Steine steil bergab. Schweißtreibend und man muss sich sehr konzentrieren. Als wir unten in Copa am Strand ankommen, schmerzt mir der Nacken vom vielen nach unten gucken. Puh, geschafft und die erste Cola zum Revitalisieren reinziehen. Nach 20min Pause laufen wir noch eine weitere halbe Stunde am Strand entlang und erreichen dann endlich Arecife, das Hängemattenlager. Die anderen sitzen faul und entspannt im Strandrestaurant und nach einer kleinen Regenerationspause laufen wir mit letzten Kräften zurück nach „La Piscina“ dem Badestrand, da unser Strand vor der „Hängemattentüre“ leider zu viel Strömung zum Baden hat. Ein Schild weist dezent darauf hin, dass hier schon 200 Menschen ertrunken sind. Doch am offiziellen Badestrand ist alles ungefährlich und wir können das Wasser richtig genießen und den hart erarbeiteten Schweiß abwaschen. Selbst nachts ist es richtig heiß hier und die Nacht in der Hängematte ist dann doch nicht so erholsam. Moskitos stechen durchs Netz und der eine oder andere sägt den halbem Regenwald ab. Bin echt schon verwöhnt durch die letzten Hotels, die ja teilweise Klimaanlage und warmes Wasser hatten.

Mo 23.11. (Tayrona Nationalpark, Arecife Hängemattenlager) morgens relaxen, 1h gemütlicher Spaziergang durch den heißen Urwald. Unterwegs treffen wir ein Paar Typen, die einen Riesen-Kühlschrank an 2 Bambusstangen zum Strand schleppen müssen. Da kein kaltes Bier drin ist, können wir leider nicht helfen. Am Eingang treffen wir die Wellness-Massage- Verwöhnten Petra und Andreas, die uns Neidischen vom mehrstündigen Verwöhnprogramm im Resort nebenan berichten. Unser Bus holt uns am Parkeingang ab und zurück geht’s nach Santa Marta. Um 17Uhr holt uns ein Chiva- ein offener kolumbianischer Partybus – ab. Bestückt mit 3 Musikern (Trommel, Mini-Akkordeon, Rätsche) singt die Band und mit etwas Rumverstärkung geht’s durch Rodadero (Strand, an dem unser Hotel liegt) und Santa Marta. So ne Fahrt machen wohl die Kolumbianer auch und deshalb ist die Reaktion der Passanten fast durchweg positiv. Die Kids tanzen auf der Straße, wenn wir vorbeifahren. Der Sonnenuntergang bei Taganga ist leider schon vorbei, doch das stört uns nicht im geringsten. Wir besuchen noch „El Pipe“, einen berühmten blonden Rastalocken-Fußballer, der von hier kommt. Natürlich nicht persönlich, sonst hätte ich die Promi-Liste sofort erweitern können. Vor dem Stadion steht seine Statue, vor der heute zufälligerweise die Fußball-D-Jugend der Regionen vorbeidefiliert. Die Presse ist dabei und fotografiert uns. Jetzt sind wir mal promi!! Wir fotografieren die Jungs und die gucken uns an und halten an und somit den ganzen Umzug auf. Dann ins Fischrestaurant am Strand und doch mal wieder bald ins Bett.

Deko am Strand von Santa Marta

Deko am Strand von Santa Marta

nach Pueblito

nach Pueblito

abwärts im Tayrona-Park

abwärts im Tayrona-Park

Kogi-Hütte

Kogi-Hütte

Wanderer mit Indianern

Wanderer mit Indianern

müde Wanderer am Abgrund

müde Wanderer am Abgrund

"kleine" Steine

"kleine" Steine

Papagei in Arecife

Papagei in Arecife

Strand Arecife

Strand Arecife

Unser Partybus

Unser Partybus

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