29.01.2010

Große Tiere – Dinos und Pferde

Mi 27.01. (Sucre) Nach ca. 13h sind wir endlich da. Meine Beine sind taub, da ich sie leider kein einziges Mal ausstrecken konnte. Soviel zum Bus mit dem längeren Sitzabstand. Zumindest war’s nicht kalt, weil es natürlich keine Klimaanlage im Bus gab. Als wir im Hotel ankommen, sind die Zimmer noch nicht fertig. Unmut. Sandro reißt sich zusammen und macht erstmal ein Meeting. Erklärt den Tourablauf, der leider von allem, was wir bisher hatten, abweicht. Erneuter Unmut, weil GAP einiges verschoben hat… seltsam. Warum bleibt offen. Dann gibt’s erste Zimmer, soll heißen, der erste Schlüssel geht an mich. Beschweren lohnt sich. Fühle mich etwas schuldig, aber egal. Werde nun dem Ruf der schwierigen Deutschen gerecht. Gemeinsames Frühstück und um 10Uhr sind wir in der Touragentur. Sandro bemüht sich. Endlich. Buche Reiten für morgen und Tandem-Paragliding für übermorgen. Sucre, die weiße Stadt, gefällt mir gut, leider regnets auch hier. Nach einer heißen Dusche, brechen Cheryl und ich zu den Dinosaurier-Fußabdrücken auf. Ein absolut kitschige Dino-Bus mit Dinokopf und Holzsitzen fährt uns zu einer Zementfabrik. Kein Witz! Dort wurden die Abdrücke entdeckt, als man beim Abbau nicht mehr weiterkam, weil zuviel Quarz im Gestein war, ließ man die Wand unberührt und somit konnten die Abdrücke überleben. Ein Dinopark für Kinder und Touristen ergänzt das ganze, etwas störend der viele Staub und Lärm der Fabrik nebenan. Man hat unterschiedliche Abdrücke entdeckt, von vermutlich 3 verschiedenen Dinosaurierarten. Ein paar Wissenschaftler haben das ganze auf Echtheit überprüft, ein Einheimischer sagt mir gegenüber, dass er das alles für Humbug hält. Jedenfalls will die World Heritage Organisation sehr viel Geld für die Konservierung der Abdrücke spenden. Die Arbeiten beginnen in 2 Monaten nach der Regenzeit. Vor acht Monaten ist bereits ein Teil der Wand zusammengebrochen und somit unrettbar verloren. Interessant find ich, dass die wirklich großen Dinos wie der Tyrannosaurus Rex nur hier in Südamerika gelebt haben, wobei man noch nicht von Südamerika sprechen kann, weil sich zu dieser Zeit die Kontinente gerade erst neu sortiert hatten. Sichtbar sind die Abdrücke nur weil die Tierchen wohl gerade richtig durch die Salzwüste getrampelt sind, sich verschiedene Schichten gebildet haben und dann auch noch vertikal hochgeschoben wurden, durch die Auffaltung der Anden. Das ganze hat irgendwie etwas extrem Irrealles und somit auch Luschtiges. Dinopark mit häßlichen Riesendinofiguren direkt neben Zementfabrik. Gut, nach einer Nachtbusnacht sowieso. Danach gehen wir ins Joy Ride Cafe zum Essen und täglich in Bolivien schauen wir uns einen Film an. Intellektuell und interessant über die Festnahme und den nicht stattfindenden Prozess des alten Pinochet. Auch mal schön gegen meine anhaltende Reisedemenz.

Do 28.01. (Sucre) Das Wetter ist super. Das Frühstück im Hotel auch. Und Cheryl, Crystal, Susan und ich brechen zur Reittour auf. Zuerst werden wir in einen Vorort von Sucre gefahren, der eher wie ein Barrio (also Slum) aussieht. Dort erwarten uns die Pferde. Ich bekomme wie immer eine Schimmel, der Hatsu heißt, weil sein Besitzer Japaner ist. Das Pferdchen ist recht aktiv und ich begeistert. Bald fragt mich der Giude, ob ich etwas galoppieren möchte und lässt mich einfach mal davon preschen. Hatsu war eh schon ganz ungeduldig. Komisch findet er, dass ich immer zurück reiten möchte, weil ich den Weg nicht kenne. Gut, weiß ja nicht, ob er ihn kennt. Ich komme voll auf meine Kosten und bin mal wieder überrascht, dass die Pferde hier tun, was ich möchte. Crystal kämpft etwas, weil ich Pferd andauernd fressen will. Und sich in ein Maisfeld stürzt und mit einer Riesenpflanze rauskommt. Die anderen beiden sind voll zufrieden, außer dass die Truppe insgesamt etwas langsam ist. Wir reiten durch hügelige grün-braune Landschaft und man kann kaum glauben, dass die Leute hier das Land verlassen mussten, weil zu wenig Wasser da war. Johnny erzählt sämtlichen Klatsch und Tratsch, der ihm einfällt und weiß fast zu jedem Haus etwas zu berichten. Vom Kind, dass bei Springreiten zu Tode gestürzt ist und sein Vater dann die Pferde erschossen hat, bis zu einem Herrn, der mit einen deutschen Zahnärztin verheiratet war, viele junge Freundinnen hatte und dann letztes Jahr unter rätselhaften Umständen ermordet wurde. Nach ca. 3 Stunden gibt’s Mittagspausen-Sandwich unterm Baum und dann steil bergab bis zum Dorf Yatala. Dort bewirtet uns eine kleine alte Dame mit Chica (einem fermentierten Maisgetränk), Schafkäse und selbstgebackenem Brot. Idylle pur. Wir fahren mit dem Collectivo zurück, wobei wir vergessen, dem Fahrer vorab zu sagen, wo wir aussteigen wollen. Somit bekommen wir einen komplette Sucre-Tour mit Universität und Olympiastadion (?) und landen bei großen Markt im nirgendwo. Lt. Cheryl eine echte Magic Mystery Tour. Ein anderer Bus bringt uns zurück und wir springen unter die ersehnte Dusche. Ich hab mir inzwischen (vermutlich vom Mountainbiken in La Paz) ne dicke Erkältung geholt. Husten, Schnupfen und Heiserkeit und hab auch noch einen dicken Kopf. Hab die Tour trotzdem genossen. Westernreiten ist echt richtig cool. Essen im Florin, dann Geburtstagsparty von Amy im Joy Ride. Ich lass die Big Party später aus, weil ich mich etwas krank fühle und doch morgen früh fliegen will.

P1100909P1100916P1100911P1100930

Hinterlasse einen Kommentar

Du musst Dich erst einloggen um einen Kommentar zu schreiben.

Kategorien

Admin | Reiseblog anlegen | Plane Deine eigene Weltreise