Mo 01.02. (Uyuni) Wir brechen um 11Uhr mit 3 Jeeps auf. Etwas eng für 16 Leute, 2 Köchinnen und Fahrer. Wird schon gehen. Leider stinkt unser Jeep erbärmlich nach Benzin. Nach ca. 10 Minuten erreichen wir den Friedhof der alten Züge und Lokomotiven. Toller Anblick. Verrostet und einfach in der Landschaft stehen gelassen gammeln sie vor sich hin. Ideales Fotomotive und wir klettern rein und rauf und schießen Fotos. Nach dem kleinen Dorf Cholchina gelangen wir endlich in die Salzlandwüste. Alles ist überschwemmt. Regenzeit von Dezember bis März. Faszinierend, weil man keinen Horizont erkennt. Die Berge im Hintergrund scheinen zu schweben und die Wolken endlos durch die Wasserspiegelungen. Hier sind keine Größenverhältnisse oder Entfernungen einschätzbar und wir machen viele Fotos mit luschtigen Effekten. Wir sind auf 3667m. Inmitten dieser Salzwüste gibt es noch ein Salzhotel, das zwar aus hygenischen Gründen geschlossen werden soll, aber für die Touren als Mittagspausenort dient. Hier drin ist alles aus Salz. Figuren, Tische und Stühle und selbst die Mauern. Salz wird hier abgebaut, indem man mit LKWs in die Landschaft fährt, kleine Salzhügel aufschüttet, so das Salz trocknet und dann auf den LKW schaufelt. Die Sonne ist unerbittlich heiß und das Wasser spiegelt alles noch mehr, so dass die Arbeiter komplett vermummt sind. Leider können wir nicht durch die Salzwüste weiterfahren, weil sei größtenteils überschwemmt ist. Erst kürzlich seien 2 Jeeps verschwunden und bisher nicht mehr aufgetaucht. Allerdings kann ich die meisten Stories nicht mehr glauben, da ich in Bolivien schon so viele Lügen aufgetischt bekommen habe. Nach dem Mittagessen zurück in Colchina sprechen wir mit den Fahrern und Sandro, dass der Jeep bei geschlossenen Fenster mit diesem unglaublichen Benzingestank nicht zu ertragen ist. Es sei nur ein bisschen Benzin ausgelaufen, zwischen den Rücksitzen, nicht weiter tragisch, wird gleich weggeputzt und gesprüht. Aha. Inzwischen ist es richtig kalt geworden, die offenen Fenster kaum mehr auszuhalten. Ich huste erbärmlich. Als wir zurückkommen nach Uyuni, ist Cheryl kotzübel, ich huste und Jasmin ist grünlich im Gesicht. Ich rede ein ernstes Wörtchen mit dem Fahrer und weigere mich mit diesem Jeep die nächsten 2 Tage weiterzufahren. Lange Diskussion, der Chef wird angerufen. Sandro sagt mal wieder nix, um uns zu helfen. Der Chef rückt an, mit einer Flasche Raumspray. Die Situation wird fast schon bizarr-komisch. Der Fahrer räumt auf unsere Drängen die Lebensmittel aus, deren Kartons mit Benzin durchtränkt sind. Es stellt sich raus, dass der dicke Teppich sich schon aufgelöst hat und der komplette Metallboden des Jeeps mit eine dicken Schicht aus Dreck und Teppich mit mindestens 2 L Benzin durchtränkt ist. Diesen Schmodder versucht der Fahrer jetzt vergeblich rauszuschaben, es stinkt nur noch mehr. Nachdem wir ca. 1h in der Kälte gewartet haben, will uns der Chef jetzt mit dem Jeep in sein Büro bringen lassen. Wir weigern uns und bestehen darauf mit dem Taxi zu fahren. Soll er sich doch darin vergiften. Wir verlangen einen anderen Jeep. Er sagt, es gäbe keinen. Dann ist plötzlich einen Jeep da, er behauptet aber es gäbe kein Benzin in der Stadt. Mir platzt der Kragen. Spanisch schimpfen kann ich wohl inzwischen sehr gut. Ich stelle ihm ein Ultimatum. Entweder in 20min ein neues Auto mit Benzin oder er ist raus und wir setzen die Tour mit einem anderen Veranstalter fort. So kenn ich mich gar nicht. Das wäre Sandros Job gewesen. Dieser vergewissert sich nur bei seinem Chef, dass GAP keine Kosten übernimmt. Danke, Depp. Der Touragentur-Chef merkt wohl, dass es jetzt wirklich ernst wird und nach ca. 40Min haben wir ein neues Auto und der Chef fährt uns. Die anderen sind schon vorgefahren. Das geplante Salzhotel wäre wohl angeblich überschwemmt und wir müssen in Culpina K. übernachten. Als wir Uyuni verlassen, bricht ein unglaubliches Gewitter über der Salzwüste über uns herein. Wir fahren 3h durch die Dunkelheit und überschwemmte Straßen bis zur Unterkunft. Die anderen sind teilweise schon betrunken, als wir ankommen. Chaos! Niemand wusste wohin, keine Betten vorbereitet, und da keiner aus der Gruppe spanisch konnte, gabs schon Panikausbrüche im Niemandsland. In der Bruchbude werden Betten provisorisch zusammengesteckt und ungewaschene Laken und Decken draufgelegt. Nur eine verdreckte Toilette und Waschbecken für alle. Keine Dusche. Ich fühl mich krank und bin total am Ende. Nach dem Essen nachts um halb zwölf von den beiden Köchinnen serviert, fallen wir fertig ins Bett. Rick übernachtet bei Crystal, Susan und mir im Raum und hustet und schimpft die ganze Nacht im Schlaf. Amerikanisches fuck shit und sowas. Reisen macht Spaß!
Di 02.02. (Culpina K.) Wir kriechen aus dem warmen Betten in die Kälte zum Frühstück. Heute fahren wir weiter Richtung Süden, zur Laguna Colorado. Wir durchqueren Steinwüsten, Sandwüsten, Canyons mit unseren 4×4 und der Staub der Jeeps wirbelt meilenweit hoch. Die Landschaft wechselt die Farben, alles ist trocken und unwirtlich, gleißende hell und außer ein paar Vicunas (Llama-Art) und Flamingos sehen wir kaum Tiere.Die Vulkane um uns rum sind teilweise zwischen 5.000 und 6.000m hoch. Das Atmen bei den Fotostopps fällt schwer. Die Lagunen sind salzig oder so säurehaltig, dass in einigen gar kein Leben existiert. Der Geruch ist schwefelig und alles erscheint unwirklich. Auf dem Weg eine Art Felsenpark mit daliesken vom Wind geformten Felsformationen.War Salvador etwa hier? Fehlt nur noch eine Spiegelei-Uhr. Wir machen Mittagspause an der Laguna Hedionda. Hier soll es sogar 3 Flamingoarten (James, Chilenische und Andean) geben. Ich erkenn nur die Jamesse. Bei einem Eco-Hotel im Nirgendwo essen wir auf den Steinbänken unser Mittagshühnchen und ich frag mich, warum den Flamingos nicht die dünnen Beine zerfressen werden in dieser Säurepfütze. Einerseits gefällt mir die Klarheit und Unwirtlichkeit der Landschaft, andererseits kann man es sich auch als lebensfremd und höllenähnlich vorstellen. Nachmittags erreichen wir unser Ziel die Laguna Colorado. Der Nationalpark Eduardo Avaroa beginnt hier. Wieder alles basic, doch diesmal sauber und mit 2 Toiletten, juhuuu! Die Köchinnen verwöhnen uns mit Keksen und Tee.Wir streifen noch etwas durch die Gegend. Alles Mondlandschaft und nach Sonnenuntergang ein unglaublicher Sternenhimmel. Huste leider nachts viel und die anderen müssen nun unter mir leiden.
Mi 03.02. (Laguna Colorado) Um 4.30Uhr weckt uns Sandro und wir brechen zu den Geysiren auf, um dort den Sonnenaufgang zu erleben. Die Geysire brechen aus salzig, weichen Löcher aus der Erde. Alles dampft hier und ich versuche, die mystische Stimmung fotografisch einzufangen. Es stinkt nach Schwefel und ich denke an eine Horrorstory als ein Typ hier in ein Loch eingebrochen ist und sich übel verbrannt hat. Er hat angeblich überlebt, was ich mir nicht vorstellen kann. Unsere Fahrer sind plötzlich agil wie nie und wir hetzen von Highlight zu Highlight. Sonnenaufgangsfoto, Baden in heißen Quellen bei der Laguna Blanca. Ich bin raus aufgrund meiner Erkältung. Die Luft ist noch schneidend kalt heute morgen. Sandro filmt die jungen Mädels beim Umziehen. Die Sau!!!! Dann Frühstück. Unterwegs Halt mit Blick auf rotbunte Vulkane, der höchste ist der Licancabur mit dann Laguna Verde. Eine grüne, tote Lagune, die bei Wind aufgrund der gelösten Mineralien richtig grün schillern kann. Sarah leidet inzwischen unter der Höhe. Wir sind inzwischen am höchsten Punkt auf ca. 5.000 m und sie muss mehrfach erbrechen. Unser Veranstalter hat natürlich keinen Sauerstoff dabei. Warum überrascht mich das nicht. Viel früher als geplant sind wir an der Grenze zu Chile. Die Fahrer müssen ca. 9h zurück nach Uyuni fahren. Muss nochmal mit Sandro schimpfen, weil er uns mal wieder falsche Infos gegeben hat, uns bescheisst und überhaupt, dann werden wir schon von einem chilenischen Transferbus abgeholt. Juhu, nie wieder Sandro!!! Es geht abwärts, aber nur höhentechnisch. Runter auf 2.436m nach San Pedro de Atacama. Ansonsten steigt unsere Stimmung ins gutgelaunt-hysterische. Bald ein neuer Guide, Zivilisation in Chile und neue Touren in San Pedro. Leider bin ich inzwischen so erkältet, dass der Höhenunterschied meine Ohren komplett blockiert und ich teilweise taub über die nächste Grenze gehen muss. Als wir im Hotel ankommen, ist der neue Tourleader leider nicht da und keiner weiß Bescheid. Oh nein, das gibt’s doch nicht! Als spanisch Sprechende muss ich halt dann nochmal ran und brülle aufgrund mangelnden Gehörs in englisch und spanisch rum. ;-)) Nach einigen erzwungenen Anrufen erfahren wir, dass der Tourleader abends ankommt und gehen erst mal essen und rennen von einer Touragentur zur anderen. Valle de Luna und Sternegucken für morgen buchen wir schon mal. Wollen ja nix verpassen. Endlich duschen, nach 2 Tagen, Abendessen und dann eine super Überraschung! Unser neuer Tourleader Juan-Luis ist sympathisch und kompetent!!!! Er ist vor ca. 4 Wochen überfallen und zusammengeschlagen worden und konnte daher die Tour nicht von Anfang an betreuen. Jetzt geht es ihm wieder besser. Er hatte eine Nachricht im Hotel hinterlassen, dass er später heute ankommt, die diese leider nicht an uns weitergegeben haben. Er bringt einen Tourveranstalter mit, der Sandboarding, Floating in der Salzlagune und Valle de Luna anbietet. Wir buchen noch die Salzlagune dazu und freuen uns auf morgen. Alles wird gut 😉
























