Mo 08.03. (Buenos Aires) Hab schon wieder viel Zeit heute und schaue mir daher den Stadtteil Recoleta nochmal an. Ich möchte entspannt ein paar Museen anschauen, das für dekorative Kunst hat leider montags zu, das von Eva Peron auch, nur für moderne, auch argentinische Kunst (MALBA) ist geöffnet. Kann mich nicht ganz so begeistern. Fotocollagen von Getrude Stein zum Thema Frauen-Alpträume in den 50er Jahren sind mir nicht wirklich so leicht zugänglich. Zuvor habe ich eine Webcam für Karins Tannerkind und ein paar CDs für mich gekauft. Das sogenannte Tannerkind ist übrigens eine 20jährige Studentin aus Buenos Aires, die letztes Jahr bei einer Freudenberg Kollegin (Karin Grund), ein paar Wochen verbracht hat. Tanner heißt das Freudenberg-Programm. Sie hatte im Februar Geburtstag und Karin möchte ihr eine Webcam schenken, damit sie sie per Computer endlich wiedersehen kann. Ich ruf Joana nachmittags an. Karin hat sie glücklicherweise schon vorgewarnt. Und sie kommt um sieben in die Stadt. Joana ist wirklich sehr nett und wir versuchen mal wieder das beste aus meinen Spanisch-Kenntnissen zu machen. Wir landen in der Galeria Pacifico Einkaufszentrum. Und Joana gesteht, dass sie nicht oft in der Innenstadt ist und findet die supermoderne und schicke Mall ganz toll. Ich lade sie zum Eis ein und wir schwatzen fast 2h. Dann muss sie zurück in den Vorort, mit dem Collectivo. Ihre Mutter hat sich schon Sorgen gemacht, weil sie ab und zu epileptische Anfälle bekommt. Sie ist wirklich süß und ich freu mich ihr über die Webcam.
Di 09.03. (Buenos Aires) Zum Abschied geh ich mit Jason noch einen Kaffee trinken. In einem Design-Shop mit Café. Komisch, dass die Argentinier die besten Bars und Cafés so gut verstecken. In Stadtteil Palermo haben wir das beste Café hinter einem Buchladen gefunden. Jason ist fertig, weil er gestern einen Pub Crawl mit den Argentiniern aus seinem Hostal gemacht hat. Teufel Alkohol. Mein Flug ist verschoben auf 18.50 Uhr. Komisch im Internet sind viele Flüge gestrichen. Als ich nachts in Santiago am Flughafen ankomme, wird mir so einiges klar. Wir müssen eine halbe Stunde im Flugzeug warten, nur die Transfer-Reisenden dürfen raus. Dann dürfen auch wir die gute alte Treppe betreten und dann eine Überraschung: Unser Gepäck steht auf dem Flugfeld für uns bereit. Das Flughafengebäude ist komplett geschlossen, wegen der Erdbebenschäden. Man kann zwar nix erkennen, aber vermutlich besteht akute Einsturzgefahr. Stattdessen wird jetzt alles in Zelten abgewickelt. Man stelle sich also ein paar Riesen-Festzelte und viele Absperrgitter vor. Ich finde endlich meinen Flughafenbus in die Stadt, der jetzt irgenwo auf einem Parkplatz abfährt. Und lande, wie üblich in meinem inzwischen liebgewonnenen Hostal Andes in Santiago. Nach einem schnellen, späten Abendessen mit einem etwas aufdringlichen Mr. Uruguay falle ich ins Bett.