Do 01.04. (Te Anau) Heute morgen nehm ich den Bus zurück nach Queenstown. Wer irgendwie den Eindruck gewonnen hat, dass ich sehr oft zwischen Queenstown und Te Anau hin und her pendle, hat recht. Das liegt daran, dass mal die eine und mal die andere Stadt Ausgangspunkt meiner Touren ist. Wobei mit Te Anau noch besser gefällt. Alles Natur hier. Doch nun zu Queenstown: Da die Füße noch ein bisschen brennen, lass ich es eher ruhig angehen. Schlendere zum Hafen, gönn mich ein superlecker Eis im Patagonia. Lustig, ich treff zufällig die Belgierin vom Heliflug am Bus, die hier ihr Praktikum macht. Dann rauf aufen Berg, mit der Skyline Gondola und ein wunderschöner Ausblick auf den Lake Wakatipu und die Berge gegenüber, die Remarkables. Hier wird eine schöne Maori-Geschichte beschrieben, die erklärt, wie der See zustandekam. Die Häuptlingstochter Manata verliebt sich in den nicht standesgemäßen Krieger Matakauri und Papa ist natürlich gegen die Verbindung. Doch dann wird die Schöne von einem Riesen entführt und Papa verspricht sie ihrem Retter. Der Geliebte wartet clever bis der Nordwestwind den Riesen einschläfert und holt seine Zukünftige zurück. Jetzt wär ja alles in Butter, doch der Riese lebt noch und stellt eine dauerhafte Bedrohung dar. Da beschließt der junge Mann den Riesen beim nächsten Nordwestwind zu verbrennen. Dort, wo der Riese lag, ist jetzt der See, der die Form des schlafenden Riesen (über 80km lang ist schon recht groß) angenommen hat. Allerdings hat der Kämpfer vergessen, das Herz zu töten, so dass sich der See hebt und senkt, d.h. Wissenschaftler sprechen davon, dass sein Wasserspiegel im 5-Minuten-Rhythmus oszilliert. Das kommt wohl bei großen Seen ab und zu vor. Die Wanderwege hier sind übrigens alte Maoriwege, auf denen früher „Greenstone“, ein jadeähnlicher Stein transportiert wurde. Die Maoris haben vorwiegend auf der Nordinsel gelebt und sind nur auf der Südinsel unterwegs gewesen, um diesen speziellen Schmuckstein zu gewinnen. Goldgräberstimmung kam allerdings erst später auf, als die Europäer im Shotover-Fluß und drumrum dieses hier gefunden haben. Sogar heute noch versuchen ein paar ihr Glück mit Goldwaschen… Ansonsten kommt mir Queenstown, abgesehen vom Teenagerfeeling, Adrenalinboom und vielen Geschäften, die bis nachts offen haben, doch recht verschlafen und gemütlich vor. Ist halt schon spät in der Saison. Ein Busfahrer erzählt, dass im Winter hier der Glamour einkehrt, wenn John Travolta mit dem Lear Jet landet und die Skigebiete in den Remarkables unsicher macht. Da bin ich wohl zu früh zum Promiwatching. Plöd. Dann geh ich halt noch ne unschlagbare Pizza im Winnies essen und beobachte, die „normalen“ Leute. Vom Junggesellinnenabschied über Geburtstag und verliebte Pärchen ist hier heute alles geboten.
17.04.2010
Ein See mit Herzschlag
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