Do 15.04. (Nelson) Heute fahr ich um halb 10Uhr mit dem Bus nach Picton. Und dann weiter mit der Fähre von der Südinsel auf die Nordinsel nach Wellington. Fotografiere und schlafe auf der wunderschönen Fährfahrt und lande in Wellington in einem superentspannten Hostel im Female-Dorm mit 2 Jungs 😉 Schau mir die Stadt an und ess im Thai-Imbiss in der berühmten Kneipenstraße „Cuba Street“ und lande, weil Donnerstag ist, nachts im Museum, dem „Te Papa“. Wellington ist übrigens Hauptstadt von Neuseeland, obwohl kleiner als Auckland. Das Te Papa ist der Stolz der Neuseeländer und hier wird ein Querschnitt quer durch NZ ausgestellt, also über Maoris, Natur und Besiedlung, Einwanderer und ein bisschen Kunst gesammelt. Ich streife ne Stunde durch, beeindruckend ist der Riesentintenfisch, 4,5m lang, der dem Museum von einem Fischerboot in der Antarktis zur Verfügung gestellt wurde. Der wurde zwar noch lebend gefangen, kann aber nur in der Tiefsee überleben. Mit Formaldehyd vollgepumpt, liegt er jetzt in einem Becken hinter Glas und sieht schon etwas verrottet aus. Das hätte der von Hagens aber schöner hingekriegt. Ich schau mir noch die verschiedene Lebensräume in NZ an und die Maori-Greenstones, die als Schmuck, Waffen und Werkzeuge verwendet wurden und die Vulkan- und Erdbebenausstellung, bei der man ein Erdbeben in einem Modellbauhaus live miterleben kann. Das echte Erdbeben 1985 war zwar viermal so stark, aber das kann man den Besuchern wohl nicht zumuten. Ein Seismograph zeigt die letzten Erdbeben in Neuseeland an und ich erfahre, dass das letzte, allerdings sehr schwache vor 20 Minuten stattgefunden hat. Irgendwie überrascht mich das nicht, habe heute erfahren, dass ein Vulkanausbruch in Island den ganzen nordeuropäischen Himmel mit Asche gefüllt hat. Chaos im Flugverkehr sagt Web.de.
Fr 16.04. (Wellington) Heute morgen verkündet der Engländer aus dem Nachbarbett, dass es regnet und draußen grau ist. Der andere meint, dass müsste er doch gewöhnt sein. Doch er besteht auf sein Recht im Urlaub schönes Wetter zu haben. Ich hab auch keine Lust früh aufzustehen, doch das erledigt sich von selbst als der dritte im Bunde ca. eine Stunde im Bad verbringt. Im Reisebüro vom Hostel erfahr ich, dass ich den letzten Bus nach Tongariro verpasst habe und erst morgen abreisen kann. Egal, Wellington ist ja ganz nett und ich kann mir ja noch ein Päuschen gönnen. Ich wander trotz Wind durch die Stadt. Inzwischen ist es wenigstens sonnig. Das Cable Car ist Pflichtprogramm, danach weiter zum Hafen und nochmal ins Museum „Te Papa“ und den Rest angucken. Erfahre von den neuseeländischen Einwanderern und in einem Film, wie verschiedene Leute heute so leben. Vom Schafzüchtern bis zu älteren Dame, die Landschaften und ihre Veränderung fotografiert, ein Chinese der 2. Generation, der perfekt Maori spricht, und eine esoterische angehauchte Dame, die Natur-Künstlerin ist. Nach einem Crepe und einem ausführlichem Supermarkt-Besuch treffe ich Neil in der Küche des Hostals. Den kenne ich von der Bolivien/Chile-Gaptour. Er arbeitet in Wellington und ist schon genau 2 Monate hier. Hat aber mit seinem Kumpel Alex auch schon die Nordinsel erkundet. Er bleibt noch bis September und will im Juli dann die Südinsel sehen. Da ist doch schon Winter. Naja, Snowboarden vielleicht? Jedenfalls verbringen wir einen netten Abend in der Bar des Hostels und tauschen Erinnerungen und Erlebnisse aus.
Sa 17.04. (Wellington) Mit dem Zug, dem Overlander, einem weiteren Aussichtszug für Touris fahr ich in den Tongariro-Nationalpark. Auch ohne nervigen Engländer schlaf ich wieder ein. Ist ja auch so gemütlich schunkelig. Noch angenehmer als im Bus. Die Landschaft ist trotzdem sehr schön. Wir halten in einem Skiort, im dem noch alles geschlossen ist. Eine Mischung aus Westerncity und österreichischem Skidorf. Die Hotels und Restaurants haben deutsche Namen und der Board-Shop am Ort hat bis zum nächsten Winter geschlossen. 😉 Im einem Ort der „Nationalpark“ heißt, steige ich aus und laufe zum YHA, der Juhe. Ich treffe auf dem Weg Doreen, ein witziges Mädel aus Meck-Pom. Wir wohnen hinter der Wand einer Kletterhalle. Auch mal was anderes. Ich buch gleich meinen Transport zum Tongariro-Crossing, dem schönsten 1 Tages-Walk Neuseelands. Doreen weiß noch nicht so genau wegen des Wetters. Abends gibt’s Steak einem von 2 Restaurants im Miniort. Der Supermarkt ist in einer Tankstelle und so teuer, dass alle, die nix dabei haben, darauf verzichten, selbst zu kochen. Die Schwedinnen aus unserem Dorm hoffen auf ein Nightlife, na das können sie hier wirklich vergessen.