Do 01.07. (Kinabalu Nationalpark) Wir frühstücken ausgiebig und gehen dann zum Berg-Checkin zum Nationalpark Headquarter. Unser Guide heißt James, ist 21 und spricht überraschend gutes Englisch. Doch zuerst mit dem Bus zum Timpohon Gate, hier verzeichnet ein Schild, dass ein Mann beim Climbathon den Berg in 2 Stunden 36Min gemeistert hat. Sehr ermutigend. Wir haben den 2 Tage, 1 Nacht Trip gebucht und wollen bei Sonnenaufgang auf dem Gipfel stehen. Das Gate liegt auf 1.866m und unser heutiges Ziel, die Laban Rata Hütte auf 3.272m. Angegeben sind 3,5-6 Stunden Gehzeit. 2 Mädels stürzen los. Wir anderen 3 und der Guide gehen normales Tempo. So viele Stufen, puh, ob die schon mal jemand gezählt hat? Sicher tausende… Alle 500m ein Häuschen oder Schildchen mit km-Angabe. Nach ungefähr 4 Stunden sind wir endlich da und ich bin bass erstaunt, dass ich zum selben Preis in der Luxus-Laban-Rata-Hütte untergebracht bin. Hier gibt’s heißes Wasser, 4er Dorms und sogar Heizung. Die anderen sind in der Guting Hütte und ich bin leicht beschämt, als sie mir mitteilen, dass sie weder heißes Wasser noch Heizung haben. Den Nachmittag sitze ich auf der Terrasse rum und beobachte, dass stündlich wechselnde Wetter, schlafe ein Stündchen und dann genießen wir zusammen das Feinschmecker-Essen vom Buffet auf der Hütte. Das ist kein Spaß, ich habe lange nicht mehr so gut gegessen. Unglaublich! Jegliches Lebensmittel muss hier von Träger hochgebracht werden und der Müll hinunter. Dekadent! Um sieben ist bei mir Zapfenstreich, doch bis neun Uhr ist nicht an Bettruhe zu denken, weil unsere Zimmernachbar so unglaublich rücksichtslos und laut sind.
Fr 02.07. 2.15Uhr (Laban Rata, Mount Kinabalu) Hab letztendlich doch noch etwas geschlafen und fühl mich für die Uhrzeit ganz ok. Unser Guide meint, wir können später starten, so dass wir nicht im Verkehrsstau am Hang stecken bleiben. Wir frühstücken wieder köstlich und ausgiebig und wandern um 3Uhr los. Katie hat Kopfschmerzen, fühlt sich höhenkrank und bleibt auf der Hütte. Wir sind mit Taschenlampe ausgerüstet, doch der Mond scheint etwas, so das wir sie eigentlich nicht brauchen. Um zehn vor sechs sollen wir oben zum Sonnenaufgang am Gipfel sein, nicht zu früh, sonst wird’s zu kalt während des Wartens. Wir teilen uns mal wieder in 2 Gruppen auf. 2 vorne draus. Alice, der Guide und ich hinterher. Zuerst 700m Stufen, dann mehrere Abschnitte mit Seil. Braucht man nicht unbedingt, doch mir macht es Spaß am Seil entlang zu hangeln. Ein eindrucksvolles Bild, wie die Lichterkette aus Stirnlampen sich den Berghang hochzieht. Pünktlich um viertel vor sechs sind wir da und erleben den Sonnenaufgang mit ca. 20 anderen Kletterern auf dem Gipfel, während weitere noch am Kämpfen sind. Fantastischer Blick, ich kann gar nicht aufhören zu fotografieren. Ich stehe hier auf 4.095m. Mein erster 4.000er! Bin vollkommen begeistert, wow, kann es kaum glauben, dass auf diese Höhe gekommen bin. Man kann den Schatten des riesigen Berges unter im südchinesischen Meer sehen. Ein bisschen Magengrummeln hab ich vor dem Abstieg, weil ich weiß, dass mein Knie zicken könnte. Lucy und ich gehen langsamer mit dem Guide bergab und fotografieren jeden Ausblick ins Tal. Wir können Kota Kinabalu, die Stadt, sehen und natürlich unseren Ausgangspunkt im Nationalpark. Bald sind wir wieder an der Laban-Rata-Hütte und frühstücken zum 2. Mal. Ich überleg, ob ich einfach hierbleiben sollte, bei diesem fantastischen Essen und mich als Spülerin bewerben sollte. Doch James meint, dass wir doch irgendwann wieder runter müssten und außerdem gibt’s ja unten noch Lunch. Jetzt wird’s nochmal richtig hart, insbesondere für Alice und mich. Wir vertreiben uns die Zeit mit Quatschen und ein bisschen James ärgern, der einer der wenigen Guides ist, der mit der Gruppe geht. Er amüsiert sich wohl ganz gut mit uns und bringt uns ein paar malaysische Sätze bei. Saya naik Gunong Kinabalu, heißt, ich habe den Mount Kinabalu bestiegen. Falls ich das richtig in Erinnerung habe. Die letzten Meter schleppen wir uns ins Restaurant, die Mädels wollen gleich weiter nach Kota Kinabalu. Ich hab mir ne Pause von ein paar Tagen hier vorgenommen. Nochmal lecker essen, dann ins Guesthouse. Im Dorm treff ich ein paar andere Kletterer und wir fallen alle um neun ins Bett.