Sa 10.07. (Semporna) Ohr ist heute gut und ich beschließe bei einem seriösen Diveshop (Singamata) meines Vertrauens den Tauchkurs zu buchen. Das schöne dabei ist, dass ein 3 tägiger Aufenthalt auf einem Wasserresort inklusive ist. Nur weg von Semporna! Nachdem ich sogar noch ein bisschen runtergehandelt habe, hol ich Geld und los geht’s mit einem ca. 4 stündigen Einführungs-Film von PADI. Das ist die weltweite Tauchorganisation, die standardisierte Tauchkurse anbietet. Den Nachmittag verbring ich also mit DVD gucken und um halb sechs werd ich dann mit dem Boot zum Resort gebracht. Bin allein im Dormroom, der direkt überm Wasser schwebt. Mein Tauchlehrer stellt sich als Joe vor, ist aber wohl Malay-Chinese und erst 23. Er taucht allerdings schon 11 Jahre. Nach dem Abendessen mach ich mich übers Lehrbuch her, morgen will Joe meine Übungsaufgaben prüfen. Um 12Uhr nachts bin ich endlich durch. Ist doch noch mal anstrengender alles in englisch zu pauken… Ich fall todmüde in mein Bett und höre das Plätschern der Wellen unter mir. So hab ich mir das vorgestellt!
So 11.07. (Singamata) Heute um 8Uhr checkt Joe meine Aufgaben und ist einigermaßen zufrieden. Um halb neun bekomm ich die Tauchausrüstung angepasst und schon bin ich im Wasser und beginne mit den Übungen. Regulator zurückholen, wenn er aus dem Mund rutscht. Maske ausblasen, Maske ganz entfernen, wieder aufsetzen, ausblasen, sämtliche Notfallübungen von „mit Regulator vom Buddy atmen“, notauftauchen, ohne Maske schwimmen, weight belt lösen, BCD-Weste ausziehen und wieder anziehen. Das dauert den ganzen Morgen und da ich die einzige Tauchschülerin bin, bin ich im Dauereinsatz und das ist ganz schön anstrengend. Nach dem Mittagessen nochmal Übungen und dann schon 2 Tauchgänge à 12 Meter am Hausriff. Bin platt, dass das alles so schnell gehen soll. Doch alles klappt wunderbar. Ich sehe einen Muräne, einen Nudibranch, viele Fische, eine Minikrabbe und viele Korallen. Die Sicht ist allerdings eher mittelmäßig. Nach dem Abendessen ist Fußballgucken angesagt. Das Spiel von gestern Deutschland-Uruguay. Nebenher mach ich meine schriftliche Prüfung und bestehe! Verpasse allerdings das letzte Tor! So ein Mist. Doch es wird später wiederholt. Um zehn bin ich komplett erledigt. Inzwischen ist mein Brasilo-Ami-“Freund“ hier aufgetaucht und will unbedingt noch ein Pläuschen halten. Ist ok, da ansonsten hier fast nur Familien und Pärchen sind. Um halb elf geht allerdings gar nix mehr und ich fall ins Bett. Die Holländer sind schon am Vorschlafen, sie wollen heute nacht das Finale sehen.
Mo 12.07. (Singamata) Beim Frühstück frage ich die recht stillen Holländer wie’s ausgegangen ist. Betretene Gesichter, plödes Spiel, die Spanier haben gewonnen und nach einigem Zögern geben sie zu, dass sie besser als die Holländer gespielt hätten. Auch gut. Dass die besseren gewonnen haben, mein ich. Um halb neun fahren wir mit dem Boot raus zu einer Insel, um heute die richtig tiefen Tauchgänge zu absolvieren und noch ein paar Übungen zu machen. Mein Tauchlehrer Joe muss sich um neue Gäste kümmern und die Divemasterin Santi übernimmt. Wir sind nur zu viert und ich schaff die Übungen, diesmal in der Tiefe, problemlos. Dann geht’s auf 18m runter. Ich bin noch etwas aufgeregt, doch mit Santi fühl ich mich recht schnell sicher. Sie zeigt mir verschiedene Nudibranches, Fische und das Riff. Der nächste Tauchgang geht 16m tief. Und ich fühl mich recht wohl dabei. Santi regt sich über das französische Pärchen auf, die nicht vorschriftsmäßig tauchen. Die Franzosen wiederum beschweren sich, dass das Tauchgebiet enttäuschend sei. Sie hätten schon so viel besseres gesehen. Ich finds gut, und hab als Anfänger halt noch nix gesehen. Nach Sipadan oder Mabul Island, zu den richtig „tollen“ Tauchspots sind wir nicht gefahren. Doch ich hab ja gerade erst angefangen. Bin nach den beiden Tauchgängen zertifizierte Taucherin und freue mich sehr darüber. Den Nachmittag verbringe ich (die Zertifizierte!!) in der Hängematte, im Liegestuhl und im Restaurantbereich und lese und ruhe mich ein bisschen aus. So richtig entspannt! Verlängere noch eine Nacht und will morgen nochmal tauchen. Heute abend kommen 3 Australierinnen und ein Däne an. Die Mädels sind in meinem Dorm und ich bin froh, wieder nette Leute um mich rum zu haben. 2 der Mädels und ein Däne wollen ab morgen einen Tauchkurs machen und quetschen mich schon mal aus.
Di 13.07. (Singamata) Hab für heute noch 3 Tauchgänge gebucht. Die ersten Fun Dives als „richtige“ Taucherin. Wir fahren mit einem Riesentrupp Schnorchlern mit dem Boot raus. 2 Amis und ich tauchen mit Santi. Der erste Tauchgang geht auf 18m. Die Amis sind enttäuscht, man sieht kaum was. Der zweite Dive geht auf 16m runter und ich finds superfaszinierend. Wir driften ca. 50 Minuten mit der Strömung an einem Korallenriff entlang und ich sehe sogar eine große Schildkröte. Dieser Tauchgang war wirklich toll. Dann schlagen wir Zeit auf einer Insel tot, unnötig meines Erachtens. Die chinesische Familie verschwindet, der Ami schlägt vor sie zurück zu lassen 😉 Wir warten ewig bis alle wieder an Bord sind. Santi fühlt sich schlecht, ihre Nasennebenhöhlen sind zu. Sie muss zum Arzt. Wir fahren zurück zum Mittagessen nach Singamata und ich vermute schon, dass mein 3. Dive ins Wasser fällt. Doch mit Ryan tauchen wir später im Hausriff ab. Das kenn ich zwar schon, finds doch nochmal spannend mit einem anderen Divemaster, der ja auch mein Buddy ist, zu tauchen. Der kümmert sich eher weniger und ich bin mehr oder weniger auf mich allein gestellt. Auch ne Erfahrung. Die Amis reisen schlecht gelaunt und unzufrieden ab. Und versichern mir, dass ich unbedingt mal bei Mabul Island oder Sipadan tauchen sollte. Sie haben bereits 20 Jahre Taucherfahrung, ich mach mich locker, kann ja noch so viel in Bali tauchen. Die Mädels sind mit ihrem ersten Tauchtag fast durch als ich schon wieder entspannt im Liegestuhl liege. Wir schwingen uns in die Hängematten auf einem kleinen Poton und plauschen bevor es zum Abendessen wieder frischen Fisch und Krebse gibt. Die Mädels machen ihre schriftliche Prüfung, ich lese. Hab nach so langer Zeit hier ein deutsches Buch entdeckt. Das ist echt entspannter als immer englische Bücher zu lesen, wobei das letzte Buch wirklich sehr lustig war.
Mi 14.07. (Singamata) Heute früh geht’s schon um viertel vor sieben mit dem Boot zurück nach Semporna. Ich bekomme mein vorläufiges Tauchzertifikat im Büro. Meine „richtige“ PADI-Karte wird von Australien nach Hause geschickt. Dann schaukelt der Bus schon nach Tawau zum Flughafen. Um halb zwei bin ich im altbewährten AirAsia-Flugzeug nach Kota Kinabalu. Als ich aufs Flugfeld trete, wird mir bewusst, dass ich in 9 Wochen genau nach Hause fliege. Irgendwie freu ich mich auf zu Hause. Und das ist auch gut so. Bin sehr sparbewusst heute, weil ich ja so viel Zeit habe und nehme 2 Busse in die Stadt. Für sage und schreibe 1,5 Ringit. Das sind weniger als 40 Cent. Allerdings stinkst im Bus dermaßen, dass ich diese Aktion schon wieder bereue. In Kota Kinabalu regnets und ich steige im altbekannten Hostel Lavender Lodge ab. Kommt mir ein bisschen vor, wie nach Hause kommen, und dann bin ich auch noch vollkommen alleine im Dorm. Was will ich mehr? Ne „indexwort leckere“ Pizza beim Italiener. Hab 5 Wochen lang nur asiatisch gegessen und kann keinen Reis mehr sehen. Die Pizza ist käsefettig und mit Salami und ich bin begeistert. Dazu einen Mangosaft und dröhnend laute Discomucke. Dann zieh ich mir noch einen Film von meiner Laptop-Kollektion rein und fühl mich einfach nur gut.