19.11.2009

Bißle naß oder Entspannung in der Natur

Fr, 13.11. (Rio Claro) Bin blauen Armbänder à la All-inklusive Hotel dürfen wir den Nationalpark bei Rio Claro betreten. Ansonsten trage ich Bikini, Viventura T-Shirt, Trekkingsandalen und Taschenlampe Vor der 2h Wanderung werden wir mit Schwimmwesten ausgerüstet, die alle brav anziehen, man könnte ja schon jetzt in den Fluss stürzen.Unser Guide heißt (schon wieder) Andres und ist sehr bemüht. Wir klettern durch den Regenwald immer am Fluss entlang und er erklärt, wie hoch (sehr sehr hoch) der Fluss vor 2 Wochen war. Ab und zu muss er den Weg von Baumstämmen befreien. Touris gibt’s hier wohl nicht viele – deshalb ist ja auch das blaue Bändchen eher sinnlos. Plötzlich biegt der Weg links ab zum Fluss. Dort ist eine Schnur gespannt. Gut, dann hangeln wir uns eben durch die Strömung Die ersten schlucken schon, da werden wir wohl doch nässer als gedacht. Wir erreichen den Höhleneingang und gruppieren uns zum letzten Foto – bevor uns die Höhle verschluckt und die Fettvögel uns fressen. Nach kurzen Anweisungen betreten wir die Höhle und Hannelore will nicht mehr. Zu eng. Frank geht mit ihr zurück. Dann begrüßen uns die Fettvögel, die eigentlich Guacharos heißen. Man darf sie nicht anleuchten oder laut sein, sonst werden sie aggressiv. Wir sehen sie nicht und hören nur ein harmloses Knacken, das sich in furchtbare Schreie verwandelt. Wenn sie sich gestört fühlen, werden sie laut. Es heißt Hitchcock hätte ihre Stimmen für „Die Vögel“ verwendet. Daraufhin werde ich etwas schneller. Durch die Höhle fließt ein Fluß und die Marmorwände sind teilweise glatt gewaschen und teilweise großschuppig und auch mal scharfkantig. Fotografieren geht nur mit Unterwasserkamera. Wir stehen bis zum Bauch im Wasser oder schwimmen auch mal. In der Mitte der Hölle sind 2 endlos lange Minuten der absoluten Dunkelheit und Stille angesagt. Das Wasser rauscht. Die Vögel sind nicht mehr zu hören. Jetzt wird’s interessanter. Wir springen oder rutschen Wasserfälle hinunter in tiefe Wasserlöcher. Da bleibt keine Taschenlampe mehr trocken. Ich lande trotz Schwimmweste mit dem Kopf unter Wasser, das zwar klar ist. Aber die fettigen Vögel haben sich ja wohl am Eingang darin entleert. Lecker. Die Taschenlampe brennt. Aldi-Produkte sind toll! Wir springen sicher fünfmal in tiefe Löcher bis uns die Vögel kurz vor dem Ausgang wieder begrüßen. Diesmal kacken sie direkt auf uns runter. Danke! Und kreischen natürlich dabei. Wir leuchten gnadenlos mit unseren Taschenlampen zurück. Und sehen endlich Licht. Noch eine Strickleiter durch einen ca. 3m hohen Wasserfall bewältigen. Dusche inclusive und landen im Fluß. Hier ist wieder eine Schnur zum anderen Ufer gespannt. Klatschnaß und adrenalindurchdrungen gehen wir zurück. Als ich meine trockenen Sachen aus dem Bus holen möchte, schließt Daniel schon mal von draußen ab. Mist, wie öffnet man eigentlich eine Bustür von innen. (Heute ist übrigens Freitag, der 13.) Alle sind beim Essen und ich hup mir hier einen ab. Der Fluss ist zu laut, keiner hört mich. Als ich alle Funktionen des Buses durch hab, einschließlich Klimaanlage und Musik, vermisst mich Stephi schließlich und rettet mich. Nach dem Essen gehen wir noch im Fluss baden, im Pool schwimmen und dann noch auf der Wasserrutsche powerrutschen. Meine Füße sehen jetzt schrumpelig aus wie von einer Leiche und Schwimmhäute an den Händen hab ich schon fast gebildet. Lange nicht mehr 10 Stunden im Wasser verbracht. Dann geh ich halt noch duschen.

Rio Dulce

Rio Dulce

Poollandschaft

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