3.03.2010

Antarktis I

Do, 18.02. (Ushuaia) Nach dem Aufwachen guck ich gleich aus dem Fenster, ob die MV Ushuaia schon im Hafen liegt. Ich kann sie leider nicht sehen, die Antarctic Dream liegt davor, wie ich später feststelle. Dann erstmal nochmal Geld, US-Dollar wechseln, Ausrüstung besorgen, in den Supermarkt für etwas Rotwein für unterwegs und schon wird’s Zeit für die Ushuaia. 15.30Uhr. Als ich die Hafenkontrollen hinter mich gebracht habe, bin ich schon super aufgeregt. Da liegt sie, die MV Ushuaia. Yi treff ich sofort im Hafen und lerne Lisa, ihre Freundin kennen. Unser Gepäck wird vor dem Schiff gesammelt und dann anhand einer Liste, mit Kreide die Kabinennummer auf die Koffer und Taschen gemalt. Es fängt an zu regnen. Ups, die Kreide löst sich auf. Wir müssen warten, bis ein Heißwasserboiler auf das Schiff geladen wird. Spannend 😉 Schon hier lern ich einige andere Mitreisende kennen, z.B. ein amerikanisches Paar, das erst heute morgen last minute gebucht hat. Endlich dürfen wir an Bord gehen, unseren Pass abgeben an der Bar und dann unsere Kabine beziehen. Nadia, mein Roommate, aus Australien, wohnhaft in Brasilia, treffe ich in der Schlange. Sie ist supernett, ich habe mal wieder Glück. Um 18 Uhr legt das Schiff ab. Kaum Wellengang, wir sind noch im Beagle Kanal. Wir bekommen eine Einführung und Vorstellungsrunde im Conference-Room. Agustin Ullmann ist der Tour leader und Alejandro ist der Kapitän. Lisa, Yi und ich sind schon bei Ablegen auf der Brücke, der Kapitän bittet uns allerdings noch um etwas Geduld. Wir sollen später wiederkommen.Gut,dafür haben wir natürlich Verständnis. Ansonsten sind noch Daniel, ein Geologe auf dem Schiff, Pablo, ein Biologe, Cecilia und Leandro als Guide, sie sind zum ersten Mal dabei. Die Passagiere sind bunt gemischt. Wir zählen ca. 16 verschiedene Nationalitäten und unterschiedlichste Altersgruppen. Jetzt gibt’s noch eine Rettungsübung. Wir müssen so tun, als ob wir die dicksten Klamotten anhätten, die Schwimmwest anziehen, uns am Meeting Point (in der Bar;-)) treffen und dann nachdem jeder einzelne aufgerufen und abgehakt wurde (ayay!), gehen wir in einer Art Polonaise zu den Rettungbooten. Ich finds superlustig und lern weitere Leute in der Polonaise kennen. Endlich Fasching! Luschtig! Nadia und ich landen beim Abendessen bei den beiden Argentiniern (Nadia nennt sie Artschis) und amüsieren uns jetzt schon köstlich beim superleckeren Essen. Gegen Mitternacht sollen wir die Drake Passage erreichen, dann wird die See unruhig. Ich nehm zur Sicherheit eine Reise-Tablette gegen Seekrankheit und wir spüren schon wie das Schiff anfängt zu schaukeln. Ich schlafe ausnahmsweise sehr schlecht. Außerdem oben im Stockbett und befürchte echt raus zu fallen.

Fr 19.02. (Schiff MS Ushuaia) Good morning, good morning Antartics: so begrüßt uns Agustin gutgelaunt übers Mikrofon. In einer viertel Stunde ist das Frühstück fertig. Ich putz mir die Zähne und zieh mich an und bei den Schuhe beschleicht mich ein leichtes Übelkeitsgefühl. Das Schiff schwankt ohne Ende. Ich muss mich wieder hinlegen Noch ne Tablette. Nadia ist nicht ansprechbar. Gut, dann halt noch ein bisschen schlafen. Zum Mittagessen quäl ich mich aus dem Bett. In der Bar, d.h. dem Aufenthaltsraum mit den Sofas liegen ein paar grüne Gesichter rum. So was hab ich noch nicht gesehen. Ich bring mühsam einen Lachs runter. Dann wieder ins Bett. Gegen fünf noch ein Weckruf. Jetzt geht’s besser. Ab in die Bar. Hier siehts auch etwas besser aus. Inzwischen unterhalten sich die Leute sogar wieder. Die See wird etwas ruhiger. Abendessen geht ganz gut. Wir sehen uns im eiskalten Conference Room einen Film über Ernest Shakelton an. Ein purer Optimist, der seine Mannschaft, die im Eis gefangen ist, mit seiner Willenskraft und viel Mut und einem Fünkchen Seemannsglück rettet. Bin beeindruckt und kann mit kalten Füßen minimal nachvollziehen, wie sich Männer damals gefühlt haben. Hoffentlich wird die See morgen ruhiger. Abendessen ist mal wieder toll.

Kommentare

hey ….kalte Füße machen noch kein Shackleton aus Dir ;-))

Gruß
Joachim & Co.

Hallo Süsse,
nachdem Du jetzt ja den Kontinent Südamerika endgültig verlassen hast und ich in meinem ersten Kommentar hier bereits vor Neid „gestorben“ bin – wie war es auf TAHITI – und wie gut siehst Du im Bambusröckchen aus? Wie kann ich Dich denn ausserhalb des Blogs erreichen und vielleicht auch mal sprechen – langsam wird die Sehnsucht nach Dir und Deiner zauberhaften Stimme immer größer 🙂
Grüße und Küsse, Bettina

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