Mi 12.05. (Brisbane) Wir laufen etwas gehetzt zum Busterminal. Abfahrt um 7.10Uhr nach Fraser Island. Diesmal sind wir zu neunt und Peter ist unser Busfahrer und Guide. Die Gruppe besteht aus Asiaten, einer französischen Familie, bei der die Eltern kein Englisch sprechen, Tim aus England und uns. Das asiatische Pärchen vor uns im Bus schlägt erstmalig Silke in punkto Essens- und Schlafrhythmus. Silke versucht nachzuziehen, ich versuche, sie dennoch mit Kommentaren wach zu halten. Man unterhält sich kaum. Abgesehen von uns natürlich. Nur Tim kriegt ab und zu den Mund auf. Wir fahren bis Rainbow Beach auf dem Inlands-Highway durch. Keine Sunshine-Coast mit Strand auf der Fahrt in Sicht, wir sind etwas enttäuscht. Dann setzen wir mit der Autofähre nach Fraser Island über. Hier fährt man auf dem Beach-Highway, also auf Sand, mit bis zu 80 Sachen. Peter, den ich nur noch unseren Busfahrer nenne, da er ein denkbar schlechter Guide ist, fährt mit Genuss um die 100 Sachen mit dem schwankenden 4Rad-Antrieb-Overlandtruck. Wir halten beim ersten schüchternen Dingo am Strand an und fotografieren. Weiter geht die wilde Fahrt. Kurzer Blick auf rotes Teebaumöl-Wasser im Fluss, Spazieren durch ein Flüsschen, in dem ca. 50 andere Touristen eine Art Kneippkur-Wanderung im kalten Wasser absolvieren. Naja. Der Strand ist schön, doch Peter warnt vorm Baden im Meer. Quallen, Haie und vor allem Strömungen reißen uns angeblich in den sicheren Tod. Schade eigentlich. Weiter zum Aussichtspunkt auf einen Felsen, die Touris wagen sich trotz Warnschilder an die Kante. Das blaueste Bild ist gefragt. Auf dem Rückweg will Peter den Geschwindigkeitsrekord brechen. Wir halten im Halbdunkel erst bei Ockerfelsen, dann bei einem Schiffswrack. Sind zwar jetzt allein, doch Fotos kann man um diese Tageszeit kaum mehr machen. Schade. Dann als erste in der Feriensiedlung. Peter braucht dringend sein Bier. Wir teilen uns in 3er Gruppen ein. Tim darf bei uns schlafen. Heute, wie jeden Mittwoch, ist Billardturnier in der Bar. Jeder darf mitmachen und Frauen gefragt, weil Mixed vorgeschrieben ist. Soll das ein Art Kennenlernspiel für einsame Einheimische sein? Ich melde mich an, was soll man sonst tun, außer Biertrinken und Frauen (fürs Billardspielen) werden händeringend gesucht. Ich spiele mit einem Einheimischen, der wenig Begeisterung zeigt. Wir kommen immerhin eine Runde weiter, verlieren aber dann gegen 2 richtige Experten. Silke unterhält sich mit der Beobachtung der Touri-Mädels, die wirklich dermaßen exotisch drauf sind, dass sie sich den Abend über glänzend amüsiert. Vom superdicken, dauernd tanzenden Mädel im zu engen Minikleid bis zur hysterisch klatschenden und kreischenden 20-jährigen, die mit Peter spielen darf, ist alles dabei. Als es zu kalt wird – die Bar ist halb draußen – gehen wir dann doch ins Bett und lassen Tim an der Bar.
Do 13.05. (Fraser Island) Frühstücksbuffett à la Touriabfertigung, dann zur Urwaldwanderung, die wir alleine absolvieren. Wir sollen als Gruppe zusammen bleiben, wegen der lauernden Gefahren. An einem kristallklaren Bächlein entlang erreichen wir nach ca. 2h Peter und den Boardwalk. Interessant sind die übrig gebliebenen Gleis und Sägewerk-Reste, die von einer sehr aktiven Holzindustrie zeugen, bevor Fraser Island Nationalpark wurde. Dann um 10Uhr an einen Süßwassersee inmitten von Fraser Island. Diese Insel ist eigentlich die größte Sanddüne der Welt mit ca. 120km Länge. Felsen gibt es kaum, wenn dann sind diese auch aus Sand geformt. Der Sand am See ist so fein und weiß, dass er schon fast blendet und jedes Kamera-Objektiv zerstören kann. Wir baden trotz Kälte, sogar Silke, und genießen das tropische Flair bei Kühlschrank-Temperaturen. Die Programmpunkte sind fast alle abgehakt. Nur Bumerangwerfen und Dingeridooblasen wurde uns vorenthalten. Peter hat’s eilig, wir fahren auf dem Highway zurück und alle fallen in Tiefschlaf. Etwas enttäuscht, weil von vorherigen Guides verwöhnt, kommen wir eine Stunde früher als angekündigt in Brisbane an und schlendern gemütlich und planlos durch die Stadt.