25.05.2010

Mein 1. Tauchgang, Baumkathedralen und -känguruhs

Mi 05.05. (Cairns) Erstmal Frühstück und die Stadt erkunden. Wetter durchwachsen. Sehr viele Touri-Angebote und eine Backpacker-Fußgängerzone. Der Hafen und die Lagune sind ganz nett. Leider kein Strand vor Ort. Chris vom Dreamtime berät uns bei der Planung der nächsten Tage. Great Barrier Reef, Atherton Tableland und den Daintree-Forest wollen wir sehen. Abends wird im Hostel ein BBQ und eine Feuerschlucker-Show angeboten. Für Fleischesser ok, Silke kommt als Vegi leider schlecht weg. Ich krieg ne Erkältung und häng deshalb etwas durch. Muss früh schlafen, weil ich total schlapp bin.

Do 06.05. (Cairns) Silke und ich haben jeweils eine Great Barrier Reef Tour gebucht. Sie hat sich für die Light Tour entschieden, bei der Glassboden-Boot und Schnorcheleinführung angeboten wird, ich möchte den Taucheinführungsgang machen. Und natürlich auch Schnorcheln. Ca. eine Stunde bis zum Reef. Die Jungs aufem Boot, das ca. 100 Leute fassen könnte, sind gut drauf. Ich lern auch gleich 2 Mädels aus unserem Hostel kennen. Dann Taucheinführung. Bin aufgeregt und glücklicherweise gleich in der 2. Gruppe à 4 Personen dran. An der Leiter des Bootes unter Wasser muss man 3 Übungen erfolgreich absolvieren. Maske ausblasen, Luftzufuhr rausnehmen und wieder aufnehmen und die dritte hab ich vergessen, vermutlich einfach unter Wasser sein. Sehr easy, hab ich ja schon mal gemacht. Vor vielen Jahren bei meinem ersten Tauchversuch in Thailand. Dann geht’s auch schon los. An der Hand des Tauchlehrers und eingehakt tauchen wir unter. Nach 5 Minuten bekommt der rechts von mir Panik und wir müssen hoch. Dann wieder runter und der Tauchguide zeigt uns Clownfische, also Nemos. Bin total begeistert und versuch mit der Unterwasserkamera, die ich gemietet habe, Fotos zu machen. Leider bin ich wohl zu aufgeregt, die Fische sind jedenfalls nachher nicht drauf, nur die Seeanemonen. Nach 20 Minuten ist schon alles vorbei und ich frier ohne Ende in dem nassen Anzug, der uns vor Quallen schützen soll. Besser wieder rein ins warme Wasser und schnorcheln. Dabei bin ich mehr in meinem Element und fotografier die bunten Korallen und Fische. Beim zweiten Riffstopp sehen wir einen riesigen Nelsonfisch und tausende von bunten Fischen. Genial. Auf einen zweiten Tauchgang verzichte ich, da mir dir Ohren wegen der Erkältung etwas weh tun. Lieber noch ein bisschen auf Deck sonnen. Bin mal wieder völlig begeistert. Silkes Tour war leider etwas enttäuschend, die versprochene Schnorcheleinführung hat nicht stattgefunden und das Glasbodenboot fuhr auch nur einmal. Sehr schade…

Fr 07.05. (Cairns) Ausflug in die Atherton Tableland. Wir haben eine 2 Tagestour (Eco!) in die Tablelands gebucht. Cindy, Guide und Fahrerin, holt uns morgens ab. Wir sind nur zu zehnt. Auf dem Weg in den Regenwald machen wir Halt bei den Flying Fox. Das sind keine fliegenden Füchse, sondern große Fledermäuse, die in den Bäume rumhängen. Dann gibt uns Cindy eine Einführung in verschiedene Pflanzen, die höchstgefährlich werden können. Eine ist eine Art Brennessel, bei Berührung kann das zu monatelangen Schmerzen führen. Und noch eine jahrelange Temperatur-Empfindlichkeit. Sehr sympathisch. Wir erreichen den Cathedral Fig Tree. Das ist ein Fikus, der durch über ca. 500 Jahre an einem Baum hochgewachsen ist und diesen dann erdrückt hat. Ergebnis ist ein riesiger Baum mit 44m Umfang, mit verschiedenen Stämmen und Ästen, in dessen Mitte man sogar stehen kann. Danach besuchen wir 2 Vulkankraterseen (Lake Eachem) einmal zum Teetrinken und einmal zum Baden und Lunch. Die Bäume Australiens werfen anstatt ihrer Blätter wie in Europa ihre Rinde ab. Das hilft bei den vielen Waldbränden (der Stamm bleibt feucht) und gibt fruchtbaren Humus für den Boden. Hier im relativ hohen Regenwald, gibt es ebenfalls verschlungene Lianen, Epiphyten, die auf anderen Bäumen wachsen, sie aber nicht stören, Spinnen und einen Wasserfall, in dem der in Australien berühmte Shampoo-Spot (von Herbal Essence, glaub ich) gedreht wurde, bei dem die nassen Haare mit einem Wasserschwall zurückgeworfen werden. Wir stellen trotz kaltem Wasser alles nach. Man ist sich ja zu nichts zu schade. Dann rauf auf den Aussichtspunkt und hier sieht es laut Silke wie im Schwarzwald aus. Noch eine Wasserfall-Wanderung und schon erreichen wir den Platypus-Spotting-Piont in Yungaburra. Die Schnabeltiere lassen sich leider nicht blicken. Zu viel los für das schüchterne Tierchen, das übrigens trotz Schnabel und Unterwasser-Leben ein Säugetier ist. Abschied von der unglaublichen Cindy mit einem Spitzenhumor und dem Rest der Gruppe. Martina, eine Tschechin, und wir übernachten als einzige hier im Eco-Hostal. Abendessen ist mal wieder Aussie-BBQ, auch vegetarisch für Silke.

Sa 08.05. (Yungaburra in den Tablelands) Heute sind diverse Aktivitäten angesagt. Morgens brechen wir mit dem Mountainbike auf. Paul, der Eco-Lodge-Besitzer und Guide hat eine Knieverletzung (die hat er sich zugezogen, als er andere Gäste, Schüler, erschrecken wollte, höhö) hat, fährt mit dem Van voraus. Wir drei Mädels mit dem Mountainbike hinterher. Erst zu einem großen Feigenbaum. Und hier sehen wir unsere ersten Tree-Kangoroos. Diese Tiere sind sehr selten und leben wirklich auf den Bäumen. Sie haben einfach beschlossen, dass es hier im Regenwald oben doch besser ist als unten. Weiter per Rad zu Pauls Geheimtipp. In einer kurzen Dschungelwanderung erreichen wir einen kleinen Wasserfall, wieder Riesenfikusse (ist das die Mehrzahl?) und Farnbäume. Was für ein schönes Fleckchen Regenwald! Wir waten durch Wasser und Paul erklärt, dass es hier Blutegel gibt. Bei der Mittagspause ziehe ich einen Egel unter meiner Trekkingsandale hervor und es hört nicht auf zu bluten. Lecker. Silke tut es mir gleich nach. Nachmittags ist Kanufahren angesagt. Silke und ich sind ja eigentlich geübt, doch meine Steuerversuche sind mal wieder kläglich. Wir fahren (im Zickzack) in den Regenwald rein, bemalen uns gegenseitig mit Ockerfarbe, gucken durch einen Baumfikus, der seinen Host getötet hat und sehen zu guter Letzt noch ein Tree Kangoroo. Zurück in Yungaburra nochmal zum Schnabeltier-Beobachtungsort und diesmal sehen wir eines. Juhu! Als wir von einer anderen Spaßbus-Company abgeholt werden, sind wir vollkommen zufrieden und machen selbst müde nochmal jeden Mist mit.

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