13.06.2010

Farmstay, in einem unbekannten Land und Joeys

Sa 05.06. (Exmouth) Abfahrt um 7Uhr. Emanuel und ich lassen Salima zurück, die gestern im Pub unter Alkoholgenuss noch 2 Jobs angeboten bekommen hat, einmal in der Bäckerei und dann noch bei einer Burgerbraterei, hoffentlich klappts. Sie will länger hier bleiben und braucht deshalb Geld. Eine lange Fahrt von fast 8 Stunden liegt vor uns. Mit viel Musik, der Kangaroo-Song von John Williamson gefällt uns besonders gut. Kate, unsere neue Guide, ist gut drauf, alle schlafen, ich lese, es regnet und ist plötzlich sehr kalt. Spätnachmittags kommen wir in unserem Farmstay an. Northbrook ist geschlossen, ist ja Samstag, nur die Dorfkneipe hat geöffnet und wir ziehen uns ein Nachmittagsbierchen rein und beobachten die seltsamen einheimischen Australier mit ihrem Pferderennenwetten-Tick. Übernachtung in the middle of nowwhere, essen Känguruh als Gulasch (zäh und geschmacklich naja) vom Farmer gekocht (hat der das selbst überfahren?), passend zum Song (höhö). Hier gibt’s nix, wir spielen UNO bis wir um neun todmüde ins Bett fallen. Hä, wie können die anderen schlafen, wenn sie doch sowieso die ganze Zeit nix anderes gemacht haben?

So 06.06. (Northbrook) Farm, Frühstück und schon geht’s in ein neues, noch unbekanntes Land: Hutt River Providence. Als wir in die Hofeinfahrt fahren, kehrt die gebeugte Prinzessin, schon so um die 80, die Blätter vor dem Thronsaal, zur Seite, ganz wie eine gute schwäbische Hausfrau. Prinz Leonard hat mit seiner Prinzessin vor 40 Jahren ein eigenes Land gegründet, um so viel Getreide verkaufen zu können, wie er will und das Reglement der australischen Regierung zu umgehen. Luschtig!!! Eigenes Geld, eigener Pass, eigene Fahne, keine Steuern an Australien. Wir sitzen Probe auf dem Thron im Thronsaal, leider sind keine Kronen zur Hand und amüsieren uns über die Führung by the Prince himself! Zum Schluss bekommen wir einen Stempel im Pass und verewigen uns im Gästebuch…. bin schon im zehnten oder elften Land seit Januar… Im Souvenirshop und Museum überall offizielle Schreiben der australischen Regierung, Geschenke aus verschiedensten Länder, die Nationalhymne tönt aus einem uralten Kassettenrecorder, bis uns Prinz Leonard eröffnet, dass sein Land ja sogar älter als das heutige Deutschland ist. Sein Gesichtsausdruck ist immer verschmitzt und ich kann mir gut vorstellen, wie er die Gesetzeslücke mit seinem typischen australischen Humor vor 40 Jahren ausgetüftelt hat. Künstler haben ihm ein Denkmal gesetzt und er selbst entwirft gerne mal verschiedenste Figuren aus Metallschrott, ansonsten ist er Farmer durch und durch. Nur mit einem alten Rolls Royce im Hof und einem spaßigen Sammelsurium für die Touristen , die hier tagtäglich ein und aus gehen. Weiter geht’s in den Greenough Wildlife Park. Wir dürfen goldige kleine weiche Känguruhs füttern, das eine oder andere sabbert, Tiere (Pferde, Esel, Lama) streicheln und Emus fotografieren und zum Schluss sogar 2 Babykänguruhs (genannt Joeys) im Arm halten. Die beiden sind hier abgeliefert worden, weil ihre Mama überfahren worden ist. Sie sind in eine Art Stoffbeutel verpackt, dass sie sich auch heimisch fühlen, werden mit der Flasche gefüttert und tragen Windeln. Ob diese wohl eine Sonderanfertigung mit Loch für den Schwanz haben? Jedenfalls lasse ich mich als stolze Mutter der beiden (Noah und Janis) fotografieren und find’s mal wieder toll und sooooooooo süß. Lunch (menno schon wieder Sandwiches) und schon bald sind wir zurück in Perth. Hier ist es warm und sonnig, Sonntags allerdings schon fast alles geschlossen, geh noch schnell Nudeln kaufen und esse dann im Backpackers, sortiere Fotos und falle ins Bett.

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