25.06.2010

Wasserfälle, Jungle-Food und Homestay

Do 10.06. (Kuching) Heute morgen um 9Uhr startet unsere Tour nach Bajong, einem Dorf im Regenwald, am Ende der Welt. Dieses Dorf wird in den nächsten 6 Monaten geflutet werden. Wir fahren bis zum Damm, der im Juli fertiggestellt werden soll. Nicht für Stromversorgung, sondern als Frischwasserversorgung für Kuching. Wir wandern ca. 1,5h Stunden und erreichen das Dorf mit einem schönen Wasserfall. Nach einer kleinen Erfrischung wandern wir durchs Dorf. Edward führt uns zu einem Mann, der gerade Kautschuk zu Platten aufbereitet. Dann sehen wir wie Paddy (Reis) mit einer kleinen Maschine geschält wird. Für 1kg schälen, bezahlen die Einwohner 0,8RM. Dann sind wir bereit zum Baden und ich wage sogar einen Sprung vom Wasserfall. Wir übernachten bei einer Familie. Stolz zeigt der Familienvater die gerade fertiggestellte Toilette. Für den Neubau wird er alles mit umziehen und neu aufbauen müssen. Alex, Edward und ich sitzen vor der Hütte auf der Terrasse und warten auf Henry, der nachkommen will. Auf Weg zum Dorf gibt’s 2 wackelige Bambusbrücken über einen Fluss, viel Schlamm, viel Holzstämme, über die man balancieren muss. Edward hat uns spezielle einheimische Schuhe gegeben. Aus Gummi gegossen, mit Profil. Sie heißen hier wohl irgendwas mit ADIDAS. Lustig. Wegen der baldigen Flutung sehen wir viele abgeholzte Bäume und leider auch mehr Sonne als normalerweise. Die Mutter versorgt uns mit Maiskolben zum Knabbern und Bananen. Zum Abendessen dürfen wir sogar fermentiertes Durian (Stinkefrucht) probieren. Alex und Edward findens furchtbar, Henry liebt es und ich finds gar nicht so schlecht, obwohl es wirklich furchtbar stinkt. Der Reis aus Eigenanbau wird in riesigen Behältern in der Küche gelagert und schmeckt wirklich superlecker. Man kann wirklich so viel mehr als normalerweise davon essen. Henry bringt für den Sohn der Familie Kentucky (also paniertes Hähnchen von KFC) aus der Zivilisation. Ich finds lustig, weil wir hier auf dem Boden in einer Hütte sitzen mit Fernseher in der Ecke. Nur selbst angebautes und ein Hühnchen essen. Und dann Zivilisations-Kentucky. Die Hühner oder besser gesagt, die Hähne würde ich gerne in der Nacht zu Kentucky verarbeiten, weil sie ungefähr alle 3 Stunden krähen und eine Art Kampf ausfechten.

Fr 11.06. (Bajong) Nach einem umfangreichen Frühstück mit Reis mit Gemüse brechen wir zu einer Wanderung zum King Wasserfall auf. Durch den Regenwald, dort wo normalerweise kein Tourist hinkommt, steile Abhänge rauf, oberhalb eines Wasserfalls durch einen Fluss, in dem ich ausrutsche und fast meine Kamera ertränke. Glück gehabt, nur die Tasche ist baden gegangen. Dann endlich beim King Fall. Wir baden in einem natürlichen Whirlpool, während die Familie für uns alle ein leckeres Essen zubereitet. Wes und seine Frau haben auf dem Weg durch den Dschungel Veggies gesammelt, soll heißen Pilze, Ingwerblüten und vieles mehr. Das alles wird mit dem mitgebrachten Hühnchen in einem Bambusrohr auf dem Feuer gekocht und dann mit Blättern als Löffel gegessen. So lecker. Zurück in der Hütte gibt’s abends Reis, Bambusgemüse, eine Durian-Gemüse-Mischung, frische Salatgurken und Bananen. Ich vermute, dass gutes Essen das Geheimnis der Leute im Dorf ist. Sie sehen alle sooo jung aus. Selbst Edward, der ein Chinese der 3.Generation in Malaysia ist, sieht aus wie 30, ist aber schon 45. Vielleicht weil er so oft hier ist… Er behauptet, sein Geheimnis sei, einfach happy zu sein. Ok, ich werds auch versuchen.

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