6.07.2010

Das schlimme Ohr und Langeweile in KK

Do 24.06. (Kota Kinabalu) Schon in der Nacht habe ich schlimme Ohrenschmerzen und als ich aufwache, ist mein Ohr und meine linke Gesichtshälfte so dick, dass ich kaum was essen kann. Ich geh zum Arzt, der wie viele Ärzte hier, Inder ist. Er verschreibt mir Antibiotika, Ohrentropfen und Pain Killer. Ich hör auch nix mehr auf dem Ohr, was für meine weitere Reiseplanung auch nicht gerade ideal ist. Bin frustriert über die Ohrentzündung, raffe mich gegen Nachmittag aber nochmal auf und buche meine Mount Kinabalu Tour für den 01.07.

Fr 25.06. (Kota Kinabalu) Heute ist das Ohr schon ein bisschen besser, trotzdem noch schlecht. Will hier raus! Kota Kinabalu ist langweilig. Kann nicht Schnorcheln oder Raften, wie die anderen hier, weil mein Ohr definitiv eine Wasserpause braucht. Ansonsten gibt’s nix interessantes zum Sightseeing. Die Märkte hab ich alle schon gesehen und die Museen sollen sehr langweilig sein. Ich buche für übermorgen eine Wildlifetour am Kinabantangan, dem längsten Fluß Borneos und danach eine Übernachtung in Sepilok beim Orang-Utahs Rehabilitationszentrum. Das ist nicht für kriminelle oder drogenabhängige Orang-Utahs, sondern für sehr junge oder kranke Affen, die wieder in die Natur ausgesetzt werden sollen. Gehe mit Kathrin, einer australischen Medizinstudentin, die derzeit in Brunei ein Praktikum macht, essen und wir lästern über Brunei und ich jammer ihr das Ohr über mein Ohr voll. Wir fressen uns durch den Filippino-Markt, von Satay über frittierte Kochbananen und Süßkartoffeln, bis zu einem ABC-Drink, diesmal mit Kokosmilch auf Eis, Erdnüssen, Wackelpuddingstücken aus verschiedensten Früchten und Nudeln (im Drink!), alles was mein begrenztes Kiefervolumen so kauen kann.

Sa 26.06. (Kota Kinabalu, immer noch) Ohr ist besser – Antibiotika sei dank. Heute steht hausfrauliches auf dem Plan. Wäsche waschen lassen und meine Trekkinghose für den Mount KK nähen lassen. Auf dem Markt bieten 10 Männer in Reihe, ihre Dienste an der Nähmaschine an. Ich entscheide mich für den nächstbesten und er näht gut. Um uns herum versammeln sich asiatische Touristen und finden es spannend, wie der Mann für die weiße Frau nähen kann. Fehlt nur noch, dass sie Fotos von uns machen. Ich mach dafür noch ein paar Fotos auf dem Markt und schlender durch’s etwas öde KK. Skype mit meiner Schwester im Starbucks und gönn mir abends auf dem Nachtfischmarkt leckeres Fischallerlei.

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