22.01.2010

Immer regnet’s und nie find ich den richtigen Bus

Di 19.01. (Recife) Ankunft bei Regen in Recife um 10Uhr. Der Taxifahrer fragt mich, ob ich Italienerin sei. Mal was neues. Liegts vielleicht an den rassigen blonden Haaren? Er meint die Italienerinnen seien auch so groß. Spinnt der? Doch später erfahr ich, dass sich hier sehr viele Franzosen und Italiener angesiedelt haben. Ach so. Ich fahr gleich ins Youth Hostel (ne echte Jugendherberge!) Boa Viagem in Stadtteil Boa Viagem. Das heißt Gute Reise und das paßt doch! Ist mal wieder 10-Bett, aber diesmal Frauen und ein Kind, und im Schlafen bin ich ja super!!! Trüber Tag heute, ich schreib ein bisschen Blog, lade Blog-Bilder der letzten 5 Wochen runter. Bin also sehr fleißig. 2 Blocks weiter ist der Strand, es dämmert schon und die ganze Welt joggt jetzt auf der Promenade am Strand lang. Ist wieder ein Stadtstrand mit Hochhäusern drumrum. Nicht so mein Ding. Die Juhe ist fast das einzige nur 2 stöckige Häuschen inmitten von gigantischen Vielstöckern und viele sind noch im Bau. Der Strand wird gerade gereinigt, ich stoße auf ein großes Schild, dass darauf hinweist, dass das Hai-Risiko hier höher ist als normalerweise. Wie hoch, wird nicht erklärt. Das lädt nicht gerade zum Baden ein. Dann geh ich doch lieber Essen. Vor der Juhe treff ich auf 2 Frauen, die hier leben, aber französisch sprechen, sie haben mir ein Restaurant empfohlen. Ziemlich schick, doch ich eß hier die leckerste Pizza seit langem, Rucola und getrocknete Tomaten. Will eigentlich noch in die empfohlene Bar gehen, als es wieder anfängt zu regnen. Dann halt heim ins Bettchen.

Mi 20.01. (Recife) Als ich aufwach, welch Überraschung, regnet’s mal wieder. Ich muss doch wenigstens das Zentrum, die Altstadt gesehen haben! Nach dem Frühstück geh ich los, die nette Rezeptionistin hat mir auf einen Zettel die Busse und die Stationen geschrieben. Komme mir vor wie ein kleines Kind in der großen Stadt und schaff’s auch noch erstmal den Bus in die falsche Richtung zu nehmen. Im Bus erklärt man mir dann alles nochmal und sagt mir, wann ich aussteigen soll. Hab ich erwähnt, dass die Brasilianer sehr nett sein können? Irritierend für mich ist allerdings immer noch das gezischte zsiiiiiuuu mit dem wahlweise jemand gerufen oder auf sich aufmerksam gemacht wird. In Europa würde das sehr unverschämt rüber kommen. Im Zentrum find ich’s dann ganz nett, geh Kirchen gucken und das Casa de Cultura, ein umgebautes Gefängnis, in dessen Zellen jetzt Souvenirs verkauft werden. Dann noch die „alte“ Metrostation und zum Gebäude der ältesten (1825) Zeitung Südamerikas der „Diaro de Pernambuco“. Als ich weiter nach Olinda will, der ehemaligen Hauptstadt Brasiliens von 1537, fängts wieder an zu regnen und den richtigen Bus find ich auch nicht. Mist, dann halt zurück. Wie ihr Euch nun schon denken könnt, ist Recife nicht gerade auf meine Favoritenliste. Salvador liegt immer noch weit vorne und dann kommt erst mal nix. Nachtflug nach Sao Paolo.

Do 21.01. (Sao Paolo) Verbringe die Nacht auf dem Flughafen hier. Als geübte Schlafkünstlerin versinke ich für ca. 1,5h im Sitzen mit dem Kopf auf den Trolley gebettet in Tiefschlaf. Das soll mir mal einer nachmachen. Um 6 Uhr darf ich dann endlich einchecken und um neun das nächste Sitznickerchen einnehmen. Obwohl ich eigentlich schlafen sollte, muss ich mir den Film „Up“ reinziehen, der ja wirklich etwas Tafelberg-Umgebung in Zeichentrick zeigt. Ich kann mal wieder herzlich über diesen Film lachen, während mich die brasilianische Biker um mich rum, die lt. T-Shirt von Mendoza nach Santiago über die Anden fahren wollen, leicht irritiert angucken. Die Transandina soll’s bei der harten Truppe also sein. Das ist ja auch was ernstes. Höchster Paß bei ca. 3.000m. Wär das nicht ne neue Herausforderung für alle Transalpiner unter Euch? Santiago de Chile überrascht mich mit milden 27 Grad bei leichtem Wind und wenig Luftfeuchtigkeit. Die Frisur sitzt. Ich mag die Stadt trotz Übermüdung jetzt schon. Ganz einfach, mit dem Flughafenbus und Metro zum Hostal, das auch noch supergemütlich ist. Die Leute sind nett und ich versteh endlich wieder was. Juhu! Schnell noch Wäsche abgeben und sowas und dann noch die Gegend erkunden. Die Stadt wirkt europäisch entspannt und zum Schluss lande ich im Museum de Bellas Artes. Hier stellt unter anderem ein deutscher Fotograf aus, der Pina Bausch, die Tänzerin bei ihrer Arbeit abgelichtet hat. Beeindruckend! Im Untergeschoß hat sich ein Künstler ausgetobt, der seinen Stil Anarchitektur (nicht Anti) nennt. Er zerteilt ein Haus in 2 Teile (vielleicht nach seiner Scheidung) oder schneidet große Löcher rein oder nimmt einfach ein paar Wände raus. Nette Idee und sieht cool aus, doch leider etwas unpraktisch, da diese Wohnungen nun unbewohnbar sind. Von diesen kann man nun Fotos und Videos seiner Arbeit sehen. Das Museumsgebäude selbst ist im Jugendstil-Glas&Metalldach erbaut, sehr schön. Und viele kleinen, netten Restaurants und Bars…Gut, dass ich in 3 Wochen wiederkomm. Diese Stadt könnte eine meiner Lieblingsstädte werden. Morgen früh um halb fünf werd ich schon zum nächsten Flug nach La Paz, Bolivien abgeholt. Dort treff ich 2 der Guatemala-Mädels wieder und reise mit GAP-Tours durch die Wüsten. Hab übrigens inzwischen unter erheblichem Zeitaufwand, alle Fotos hochgeladen. Also mal reinschaun, auch in die alten Berichte. Am schönsten sind die Roraima-Bilder, find ich, aber entscheidet selbst.

Casa de Cultura - ehemaliges Gefängnis

Casa de Cultura - ehemaliges Gefängnis

Casa de Cultura von außen

Casa de Cultura von außen

Altstadt von Recife

Altstadt von Recife

Kirche in Recife

Kirche in Recife

älteste Zeitung Südamerikas

älteste Zeitung Südamerikas

Kommentare

hi andrea,

jo, wie gesagt, recife finde auc hich langweilig, olinda dagegen hat charm und ist eigentlich „das“ highlight dort. anyway.. machen wir dann ggf. auf der nächsten tour 😉

lg
m.

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