19.03.2010

Schunkelnde Mohais und japanische Kräne

Fr 12.03. (Osterinsel, Hanga Roa) Um 9.45Uhr muss ich beim Touribüro sein.Wir sind zu dritt auf der Tour. Eine Belgierin, eine Japanerin und mit separatem Guide ein spanisches Pärchen. Thommy der Guide fährt uns zu verschiedenen Highlight. Am besten gefällt mir der Steinbruch, der mit ca. 100 halbfertigen Steinfiguten überseht ist. Eine ist sogar 22m hoch, eine andere 15m. Die Hälfte der Figur ist allerdings im Boden, weil im Laufe der Jahre sehr viel mit Erde vom Vulkan bedeckt wurde. Viele Figuren sind noch nicht fertiggestellt und liegen noch halb in Stein gehüllt. Die Steinfiguren außerhalb des Steinbruchs wurden übrigens alle umgeworfen vorgefunden. Es muss einen Krieg gegeben haben, vermutlich weil zu viele Personen (20.000, heute 2.500) auf der Insel gelebt haben. Insgesamt gab es wohl 700 Steinfiguren auf der Insel. Thor Heyerdal hat die erste Steinfigur 1955 wieder aufgestellt und mit seinen archäologischen Forschungen und seinen Publikationen die Insel berühmt gemacht. Nach dem Steinbruch fahren wir zu 15 Figuren, die in Reih und Glied am Strand auf einem Altar (Ahu) aufgestellt sind. Sie schauen in die vorherige Ansiedlung, damit sie diese mit ihrer Energie beschützen können. Die Augen wurden leider nicht gefunden. Im Krieg wurde wohl der Geist der Figuren ausgelöscht, in dem man die Augen entnommen hat. Gefunden wurde ein Auge aus Koralle, vergraben an einem anderen Ort. Die 15er Parade hat ein Tsunami vor vielen Jahren (1960?) komplett im Tal verstreut. Darüber wurde eine Dokumentation gedreht und zufälligerweise in Japan ausgestrahlt. Ein japanischer Kranhersteller hat das gesehen und zur „Wiederaufrichtung“ Kräne gespendet. Man weiß nicht wie viel die Figuren wiegen, hat aber festgestellt, das der beste Kran, für bis zu 55to Traglast gebaut, eine Figur nicht bewegen konnte. Daher die Vermutung, dass die schwerste hier stehende Figur 60to wiegt. Mit 2 Kränen konnte auch sie in ihre Ursprungsposition gebracht werden. Ein großes Rätsel ist immer noch der Transport der Figuren über mehrere Kilometer vom Steinbruch an ihre Bestimmungsorte an den Küsten. Die am weit verbreiteste Vermutung ist, dass die Figuren mit dem Gesicht nach unten auf Baumstämmen gerollt transportiert wurden. Allein durch Menschenhand, denn große Tiere gab es erst später auf der Insel. Ein Archäologe ging der Vermutung nach, dass die Figuren aufrecht „gehend“, wie von der Rapa Nui überliefert, ihres Weges gingen. Dafür wurde eine nachgebildete Figur auf einer ebenen Strecke ca. 5 km weit, mit Seilen von Menschenhand vorwärts geschunkelt. Das kann man sich kaum vorstellen, hat aber wohl im Versuch funktioniert. Tomas, unser Guide, meint, dass alle Theorien richtig sein könnten und alle parallel oder zeitlich versetzt zum Transport angewendet wurden. Immerhin hat der Mohai-Kult ca. 800 Jahre existiert.

Zuletzt kommen wir an den Strand von Anakena, dem einzigen Ort, der damals für die Seefahrer zugänglich war. Hier waren wohl auch die ersten Siedler angekommen. Thor Heyerdahl hat hier die erste der Figuren aufgerichtet. Des weiteren waren 5 sehr gut erhaltene Figuren mit Petroglyphen auf der Rückseite unter dem Sand begraben und sehen ausgegraben und aufgerichtet fast wie neu aus. Nach so viel Kultur gönnen wir uns erstmal ein Bad im Meer und ein bisschen am Strand rumliegen. Schatten ist rar gesät. Egal, das ist paradiesisch! Hab ich eigentlich erwähnt, das auf dieser Insel fast nix los ist. Es sei noch Saison, aber wegen des Erdbebens bleiben die letzten großen Besucherströme wohl diesmal aus. Uns isses sehr recht und so richtig unglücklich sehen die Rapas deswegen auch nicht aus. Abends gehe ich mal wieder mit den üblichen Verdächtigen essen und welch Überraschung, eine der Chileninnen ist auch plötzlich dabei.

Kommentare

was sagt den der olle Erich von Däniken dazu … da waren doch mit Sicherheit ausserirdische Kräfte am Werk !

Sieh mal zu das sowohl von Tahiti als auch von den besagten Inseln ein paar Bilder gefacebookt werden

Gruß & paß auf Dich auf

Joachim & Co.

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