Fr 26.03. (Queenstown) Ich gönn mir ein leckeres französisches Frühstück und fahr danach mit dem Jetboat übern Lake Wakatipu und dann ein Stück den Shotover River entlang. Die Jetboote kommen mit nur wenigen Zentimetern Wassertiefe aus und können wie die Jetskies über alles drüberrasen. Erfunden wurden sie natürlich auch hier in Neuseeland und mein Veranstalter hatte gestern schon 50 jähriges ;-). Naja, so richtig adrenalinsteigernd ist diese Bootsfahrt für mich nicht. Vor jedem 360Grad Turn hält der Fahrer die Hand kreisend in die Luft, so dass man sich richtig festhalten kann….Gähn. Bissel nass wird man, doch die Landschaft find ich mal wieder spannender als alles andere. Um 14Uhr fahr ich mit dem Bus nach Te Anau. Die 2,5h Fahrt sind wieder wie in Mittelerde. Ich komm ausem Schauen nicht mehr raus. Te Anau ist ein kleines Dörfchen auf dem Weg zum Milford Sound und Ausgangspunkt für den Kepler Track. Ich buch mich im YHA ein und eine Tour zur Glühwürmchen-Höhle um sieben. Man will ja nix verpassen. Mit einem großen Boot überqueren wir den See und steigen dann in die Höhle. Kurz vor dem Ende wird’s dunkel und am Eingang zur Grotte steigen wir in ein kleines Boot. Jetzt müssen alle mucksmäuschenstill sein, weil das Glühwürmchen sonst abschaltet. Über uns tut sich ein Art Sternenhimmel auf und viele bläuliche leuchtende Punkte im Dunkeln. Später erklärt und der Guide, dass das die Wurmenden sind, die im Dunkeln Beute, also Mücken anlocken. Diese verhaken sich in sogenannten Angel, das sind klebrige Fäden, die der Wurm ausgespuckt und um sich herum ausgelegt hat. Manchmal essen die Würmer sich auch gegenseitig auf. Doch nicht so süß. Aus dem Wurm wird nur ganz kurz eine Fliege, die aber nur zur Fortpflanzung dient und dann recht schnell verhungert, weil sie keinen Mund und keine Verdauungsorgane hat. So ist die Natur in Neuseeland….Übrigens gibt’s viele flugunfähige Vögel (so auch der Kiwi), die früher keine Feinde hatten, weil’s, wie erwähnt, keine Landsäugetiere gab. Ihre einzige Tarnung war still stehen bleiben und hoffen, ungesehen zu bleiben. Nachdem die europäischen Siedler eine Kaninchenplage ausgelöst hatten, wurde der Marder eingeführt, der wiederum Gefallen an allen flugunfähigen Vögeln und deren Eiern fand. Daher sind einige Vögel inzwischen ausgestorben, der Moa, ein Art Riesenstrauß und vermeintlich der Takahe, ein blaues, flugunfähiges, huhngroßer Vogel mit rotem Schnabel und riesenroten Füßen. Dieser wurde allerdings in Te Anau vor einigen Jahren wieder entdeckt und nun wird jeweils ein Ei aus einem Wurf gestohlen, der Nachwuchs aufgezogen und auf einer der „sauberen“ Inseln im Lake Te Anau ausgesetzt. So wurde der Bestand von 300 Vögeln auf über 400 erhöht. Ich hab mir den komischen Vogel in einem Gehege hier angeschaut und meine, dass es wirklich schade gewesen wäre, wenn dieses lustige Hühnchen ausgestorben wäre. Als ich von meiner Höhlentour zurückkomme, ist Te Anau wie ausgestorben. Um neun ist hier Feierabend. Glücklicherweise finde ich noch ein Restaurant, das Mitleid hat und mir ne Pasta serviert.
5.04.2010
Jetboat, Glühwürmchen und ein komisches Huhn
Hinterlasse einen Kommentar
Du musst Dich erst einloggen um einen Kommentar zu schreiben.