So 16.05. (Golden Coast, Coolangatta) Um sechs startet das erste Flugzeug am (gefühlt im) YHA. Wir sind eh wach, weil Silke um sieben für ihren Transfer nach Brisbane abgeholt wird und ich zum Flughafen muss. Auto abgeben, dann Flug mit Tiger nach Sydney. Ich bin früher als Silke im Lord Wolseley, einem ruhigen, familiären Hostel über einem Pub, da und beschließe zum Sydney Fischmarkt zum Essen und gucken, zu gehen. Gemeinsam schauen wir uns später Darling Harbour, City Centre und The Rocks, das älteste Viertel Sydneys an. Einzelne Regenschauer trüben unser Sydney-Erlebnis etwas. Zu Abend essen wir bei der Harbour-Bridge auf eine schicken Barterrasse, leider ist der Blick auf die Oper durch eine Brückenpfeiler versperrt.
Mo 17.05. (Sydney) In The Rocks startet unsere 3-stündige Radtour durch die Stadt. Vom Observatorium, zur Harbour Bridge, mit Blick auf die Oper, verschiedene Hafenviertel, zum Teil sehr schick – Nicole Kidman hatte hier mal ein Appartment, ein historisches, eventuell das älteste Pub Sydneys, aus Sandstein gebaut, in dem im Keller Betrunkene für Schiffe zwangsrekrutiert wurden. Angeblich kann man die Handschellen noch sehen. Warum Sydney die erste Stadt war, die (bereits 1788) besiedelt wurde, bleibt offen. Die Flotte mit britischen Sträflingen, vom südafrikanischen Kap kommend, musste erst an ganz Australien vorbei, um dann hier anzulegen. Wir fahren jedenfalls per Rad weiter nach Chinatown, Darlinghurst, Kings Cross, durch den botanischen Garten mit Fledermäusen in den Bäumen, zur Oper und zurück nach The Rocks. Guide Lach gibt sich Mühe, eine Einführung von Sydney zu geben und endet, bevor Regen einsetzt, mit Restaurant-Tipps in der Stadt. Wir gehen auf die Harbour Bridge, um die Oper zu fotografieren, leider sieht sie beim bedeckten Himmel etwas gelblich aus. Noch durch die Stadt und schon ist es Zeit für die Rückkehr, um pünktlich für unseren abendlichen Konzertbesuch in der Sydney Opera zu sein. Also wir etwas gehetzt an der Oper ankommen, werden wir von Feuerwerk im Regen begrüßt. Das wär doch nicht nötig gewesen 😉 Ich komm mir zwar komisch vor, in Jeans in die „heiligen Hallen“, doch egal. Wir genießen von unseren Plätzen in der letzten Reihe, Harmony in Heaven, das ist klassische Musik von Sibelius, Strawinsky, Beethoven und ein lokaler Komponist, der auch im Sydney Opera Ochestra spielt. Ein toller Abend!
Di 18.05. (Sydney) Heute schüttet es und das leider den ganzen Tag! Unser Regenprogramm umfasst das Australian Museum, mit viel Aborigines-Kultur. Eine Kurzführung durch das äußerst vielfältige Museum reißt leider nur wenig an. Gucken muss man selber. Vom Dino bis zu lebenden Fröschen (wir kommen gerade zur Fütterung, ansonsten sehen sie aus wie Plastik) ist alles dabei. Dann nochmal in die Oper, diesmal mit Führung, die uns zwar in alle Säle bringt, uns allerdings kaum neue Erkenntnisse verschafft. Die Führerin ähnelt einer spröden, strengen englischen Lehrerin und offenbart uns einen ganz neuen Typus des intellektuellen Stadt-Australiers. Mit professionellen Kopfhörern versehen, erlaubt die Technik leider kaum Zwischenfragen. Abends essen wir beim superleckeren Thailänder in der Oxford Street in Surrey Hills. Hab ich erwähnt, dass hier wirklich viele Asiaten leben?
Mi 19.05. (Sydney) Nach anfänglichem Regen reißt der Himmel auf und wir wandern gleich auf die Harbour Bridge, um die Oper bei Sonne einzufangen. Und diesmal sieht sie schon weißer aus. Ein Bridge Climb der fast 200 Dollar kostet, verkneifen wir uns aus Budgetgründen. Morgens kleiner Abstecher in den Hafen – Darling Harbour. Dort liegt das rosafarbene Segelboot, mit dem die 16-jährige Jessica (?) die Welt umsegelt hat und erst am Sonntag zurückgekommen ist. Die junge Australierin war in den Medien, weil die Rekord-Umsegelung verboten werden sollte, weil sie zu jung dafür sei. Offensichtlich ist ja jetzt alles gut gegangen. Ein Abstecher zum Paddy Market enttäuscht mit Standardangeboten. Nachmittags kommt die Sonne richtig raus und wir fahren mit dem Bus nach Bondi Beach, zum Surfergucken. Der berühmte Strand, der normalerweise komplett überfüllt ist, zeigt sich leer und etwas kühl. Doch die coolen Surfer, die wir schon vorher mit Surfbrett im Bus oder auf der Straße gesehen haben, geben alles und scheinen kein Kälteempfinden zu haben. Zurück in der Stadt machen wir einen vergeblichen Ausflug nach Glebe, dem Studentenviertel, um dort zu Abend zu essen, finden die richtige Straße nicht und landen dann bei McDonalds. Mal was anderes;-)