13.06.2010

Dabbel Ju Äi – Western Australia

Di 25.05. (Perth) Heute morgen buche ich eine Tour in die Wärme, 4 Tage hoch in den Norden nach Exmouth ans Ningaloo Reef, dort 3 Tage vor Ort und dann zurück nach Perth. Und stürze mich ins nicht so richtige Großstadtleben in Perth. Hier sind die Leute mal wieder sehr sehr nett und alles noch teurer. Man verdient hier mehr als in anderen Staaten Australiens, weil es unglaublich viele Resourcen gibt und die Arbeit in den Minen gut bezahlt wird. An der Küste entlang kann man mit Crayfishing gutes Geld machen. Western Australia wollte sogar kürzlich mal unabhängig werden. Nach einem Referendum haben jedoch ca. 53% dagegen gestimmt, was ich persönlich für unglaublich knapp halte. Um meine Lieblingsresource anzuschauen, besuche ich eine Mint (Münzerei?, Geldfabrik? Wie übersetzt man das?) und verfalle dem Goldrausch. Ein älterer freundlicher Herr führt uns durch die Geschichte vom Goldrausch mit Riesennuggets bis zur Münzfabrikation. Wir dürfen nachgebildete Nuggets halten und einen echten Goldbarren (gesichert in einem Metallkäfig mit Wächter) hochheben. Sehr schwer, denn 1l Gold ist doppelt so schwer wie ein Liter Wasser. Zum Schluß gibt’s noch eine pouring gold Show, bei der gezeigt wird, wie ein Goldbarren, unter schwersten Sicherheitsbedingungen natürlich, gegossen wird. Die Mint erlebt derzeit einen unglaublichen Boom, wegen der Finanzkrise. Alle investieren in Gold, weil das am sichersten gilt. Ich beschließe mein Geld weiterhin in meine Reise zu investieren und geh bei Mc Do einen Kaffee trinken und ein bisschen Blogschreiben. Dann am Fluss entlang, den modernsten Glockenturm anschauen, die Bikeverleihs ausfindig machen und ein bisschen Windowshopping machen.

Mi 26.05. (Perth) Heute leih ich mir ein Rad und fahr nach Fremantle, einem historischen und gemütlichen Ort direkt am Meer. 2,5h am Fluss entlang durch schicke Wohngegenden, die Leute haben hier wirklich Geld. Man spielt Tennis, wohnt in Villen, mit Bötchen oder Yachtchen im Fluß. In Fremantle ess ich am Pier Fish&Chips, wobei mir eine sehr freche Möwe Fisch vom Teller klaut. Unverschämtheit! Die ersten Siedler sind hier angekommen und man kann noch Überbleibsel vom Walfang sehen. Sehr viktorianische Gebäude. Als ein Gewitter aufkommt, fliehe ich in den Zug zurück nach Perth und komme im strömenden Regen an. Hat sich trotzdem gelohnt.

Do 27.05. (Perth) Heute morgen regnets schon wieder. Dennoch muss ich mein Rad zurückbringen und wollte eigentlich dann im KingsPark schlendern. Da der Regen allerdings noch stärker wird, beschließe ich einen Organisationstag einzulegen und mal wieder FreeWifi bei Mc Do zu nutzen. Buche meine Flüge in Asien (Borneo-Java, Bali-Singapur, Singapur-Myanmar, Myanmar-Bangkok) und den nach Hause. Komme am 21. September um halb elf nachts in Frankfurt an. Komisches, aber auch schönes Gefühl, eine Heimflug zu haben…

Fr 28.05. (Perth) Heute früh beginnt die Tour nach Exmouth. Unser Guide heißt Murry und ist nett, aber etwas verpeilt. Zuviel in der Mine gearbeitet vermutlich. Treffe gleich 3 deutsche Mädels Birthe, Lucy und Lisa. Erster Stopp im Nambung Nationalpark – Pinnacles Desert. Dort ragen eine Art spitze Hinkelsteine aus dem Sand. Murry erklärt, dass diese aus versteinerten Bäume entstanden sein könnten. Auf dem Aktivprogramm steht heute Sandbording. Wir schwingen uns auf eine Art Minisurfbrett und rutschen von eine hohen Düne runter. Macht Spaß, nur aufstehen darf mal leider nicht. Lisa gibt alles, dreht sich zur Seite, landet im Sand und nimmt somit in den Klamotten und Schuhen viel Sand mit auf die Weiterreise. Wir übernachten in Kalbarri im YHA. Obwohl wir sicher schon 500km (nördlich von Geraldton) in den Norden gefahren sind, isses hier leider immer noch sehr kalt. Überraschenderweise sind diesmal 4 Franzosen bei unserer Tour und die Deutschen mal nicht in der Mehrzahl. Wir unterhalten uns über die Stereotypen der Reisenden aus den verschiedenen Länder. Typisch für Franzosen, sie rauchen und trinken gerne Wein, aber nur den eigenen. Stimmt bei unseren Frenchis oder auch Frogs. Dass sie kein Englisch sprechen stimmt allerdings nicht. Trifft nur bei einem zu. Und die Deutschen rennen immer in Abzipphosen und hohen Trekkingboots rum und sind super gut ausgerüstet, soll heißen overequipped. Finde nicht, dass das bei uns zutrifft 😉

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