Mi 09.06. (Kuching) Heute in Kuching (der Katzenstadt, Kuching heißt Katze) schlummere ich mal etwas länger, bis neun đ Habe einen neuen Nachbarn, im superruhigen Hostel, Alex, ein 20jähriger Amerikaner aus New York, der allerdings auch einen kolumbianischen und einen brasilianischen Pass hat. Aha. Wir plaudern beim Frühstück über Kolumbien und zusammen mit Henry, dem chinesische Besitzer des Hostels beschließen wir einen Dschungeltour zu buchen. Doch zuerst gehtâs heute zu einer Töpferei. Ich darf auch mal an die Scheibe und forme ein einen Klumpen, der eigentlich ein Aschenbecher werden sollte. Alex stellt sich auch nicht besser an. Im Verkaufsraum will ich eigentlich eine getöpferte Bierzapfanlage mit wunderschönem Blumenmuster für die WM kaufen, doch leider leider passt sie einfach nicht in mein Gepäck. Weiter gehtâs in Henry`s Luxus-Pickup, den er klinisch rein hält, zum Semphong Orang-Utahs Sanctuary. Juhu, da sind sie die zotteligen, orangeroten Orang-Utahs. Zur Fütterung um 15Uhr schwingen sie lässig von Ast zu Ast und holen sich Früchte von der Plattform. Eine OU-Mama mit Baby ist berühmt berüchtigt auch mal zu zu beißen. Sie läuft majestätisch auf dem Spazierweg entlang und eine Gruppe von Touris mit Fotoapparaten folgt ihr in gebührendem Abstand. Sehr lustiger Anblick. Weiter im Cleanmobil zu einem Langhaus, in dem Menschen traditionell leben, einige Räume allerdings auch als Museum für Touristen präpariert sind. Wir sind jetzt ungefähr 2Stunden außerhalb von Kuching. Begrüßt werden wir am Eingang mit einem Tuak, einem Reiswein, der es in sich hat. Bei 35 Grad. Hollarö. Der Nachmittag ist gerettet. Ein Langhaus besteht aus mehreren aneinander gereihter Wohnungen oder besser gesagt, Räume, mit einer Terrasse in der Mitte zwischen den Räumen. Vor allem ältere Frauen sitzen draußen vor der Tür, kochen mit Bambusholz auf der Terrasse und plauschen mit den Nachbarn. Die jüngeren sind bei der Arbeit, die Kids rennen rum. Weißer oder schwarzer Pfeffer und Chili sind auf Bambusmatten auf der Terrasse zum Trocknen ausgebreitet, z.B. Unten ist der Wohn/Schlafraum, im 2. Stock wird gelagert. Die richtige Küche geht auf den Hinterhof raus. Zum Schluß sehen wir das Meetinghaus, in dessen Mitte 8 menschliche Schädel liegen. Darunter schwelte früher immer ein Feuer, darüber hängt jetzt eine Art hohler Baumstamm, auf dem getrommelt wurde. Die Schädel sind schon sehr alt. Kopfjäger brachten die Schädel ihrer Feinde und somit ihren Geist in den Versammlungsraum, so dass die Energie des Feindes auf die Familie übergehen konnte. Heute sind die Schädel in einem Gitterkorb verschlossen, weil in der Vergangenheit gerne mal der eine oder andere Schädel mitgenommen wurde. Inzwischen gibt es kaum noch Fälle von Kopfjagden, der letzte von dem Henry berichten kann, ist ungefähr 20 Jahre her. Soll heißen, dass man auch in Borneo nicht mehr ungestraft morden darf. Im 2. Weltkrieg waren die Dajaks allerdings noch gut dabei und haben sich ein paar japanische Köpfe nach Hause geholt. Als wir zurück über die lange Terrasse schlendern, kommen gerade das âDesinfektions-Teamâ an. Unheimlich, in ihren orangefarbenen Schutzanzügen und Masken beginnen sie ihre Sprühpistolen vorzubereiten. Die Bewohner und wir gehen nach draußen. Um Malaria und andere Krankheiten zu vermeiden, wird hier wohl 1mal monatlich gesprüht. Sehr seltsam.
Borneo ist ein echter Meltingpot, hier leben Malayen, Chinesen, Inder und ungefähr 40 verschiedene indigene Stämme friedlich zusammen. In Sarawak, das ist der südwestliche Teil von Borneo leben 7 Stämme, wobei die Ibans den größten ausmachen. Diese leben in einer Mischung aus traditionell und modern in Langhäuser mit Fernseher und Satelliten-Antenne.
Abends gehen wir gemeinsam essen und treffen Edward, unseren Guide für die nächsten 3 Tage. In einem Food Centre oder Hawyer Stall gibt es an verschiedenen Ständen alles, was man sich an chinesischen und malayischen Essen vorstellen kann. Henry wählt verschiedene Gerichte aus und wir probieren verschiedene Nudeln, Mee mit Goreng, also karamelisierter Zuckerrübensauce, Dim Sum, Fisch und verschiedene Fleischsorten. Lecker! Dann mit Marco, einem Schweizer in eine Bar, in der wir nochmal Reiswein und chinesisches Bier trinken müssen. đ