25.06.2010

Mit Muskelkater in den Riesenhöhlen

Sa 19.06. (Mulu Nationalpark) Noch mehr Muskelkater, komme kaum eine Treppe hoch geschweige denn runter. Flug nach Miri um 10.20Uhr. Die Briten fliegen mit mir. Tolle Wolken wie Wattebäuschchen und das Wetter ist richtig schön. Endlich mal kein Regen. Bin wohl jetzt doch noch in der Trockenzeit angekommen. Ich hab ein Hostel vorgebucht und bin begeistert als wir im Dillenia in Miri ankommen. Mrs. Lee ist so nett! Wir essen, die anderen fahren mit dem Bus weiter nach Bandar (BSB) in Brunei. Ich will die Niah Höhlen sehen und bleibe noch. Schlendere durch Miri, was nicht wirklich viel zu bieten hat. Ein Jungle Market entpuppt sich als „normaler“ Markt. Vermutlich ist es schon zu spät am Tag für die wirklich exotischen Markterlebnisse. Dann in einen chinesischen Tempel und zurück. Meine Beine sind sooo müde und nach einem schnellen Abendessen (Hongkong Nudeln mit Schweinefleisch, was ich nicht wirklich mag, wegen klebrige Sauce), zieh ich mir lieber das nächste Fußballspiel (mit Bier zum Runterspülen der schlechten Sauce) rein.

So 20.06. (Miri) Heute stehen die Niah Höhlen auf dem Programm. Ein chinesischer Guide, den Mrs. Lee auf den Preis von 60 Ringit runtergehandelt hat, holt mich kurz vor acht ab. Die anderen hätten mehr bezahlt, ich dürfte, dass niemanden sagen. Permit und Lunch seien dafür nicht beinhaltet. Ich amüsiere mich über Yong, den 50jährigen Guide, der hektisch fährt, spricht und wohl auch lebt. Dann steigen ein schwedisches Pärchen und ein amerikanischer Geschäftsmann zu, letzteren im Marriot Hotel in einer Nobelgegend am Strand. Wir fahren 1,5h Stunden über eine superholprige Straße nach Süden. Am Headquarter bezahle ich mein Permit, wir setzen 2 min mit einem Boot über einen Fluß, dann ins Museum. In den Niah Höhlen wurden 1958 archäelogisches Ausgrabungen von einem Engländer namens Tom Harrison durchgeführt und ein 37.000 Jahre alter Schädel, Knochen, Töpfen und Waffen gefunden. Wir gehen ungefähr 2 Stunden auf einem Boardwalk entlang zur Great Cave. Wir sehen Insekten, ein bisschen Regenwald und kaum Tiere, da eine chinesische Minigruppe vor uns lautstark Musik aus einem kleine CD Player laufen lässt. Die sind so unmöglich, dass sie zuerst keinen Eintritt zahlen wollten, andauernd auf den Boden spuken und die Schwedin ungefragt fotografieren. Sie beschließen, dass unser Guide auch ihr Guide ist, da dieser ja chinesisch kann. Und bleiben dicht an uns dran. Zumindest schalten sie die Musik aus, als wir sie darum bitten. Am Eingang der Great Cave sieht man noch Holzgerüste von Häusern in denen früher die Bird Nest Collectors gewohnt haben. Heute sind noch lange Holzstangen zu den ca. 30m hohen Decken installiert. Die Sammler steigen hoch um die Nester zu holen. Diese sind eine Delikatesse in Asien und werden teuer verkauft. Wir sehen im unteren Bereich der Höhle Leute mit Taschenlampe, die die Nester vom Boden sammeln. Kurz vor dem Einstieg am Eingang befindet sich ein umzäunter Bereich der früheren Ausgrabungen. Wir steigen 2km über Treppen und Brücken ins Innere der Höhle. Faszinierend, wenn ein blauer Lichtstrahl durch Löcher in der Decke fällt. Sieht aus wie ein Laserstrahl. Dann für ca. 20min ab ins absolut dunkle. Die Taschenlampen dürfen hier nicht ausfallen. Ich seh die eine oder andere Fledermaus, doch so richtig viele sind hier wohl nicht mehr übrig. Kurz raus ins Freie, dann über die nächste Treppe in die Painted Cave. Dort war Barbara Harrison, die Frau des Archäelogen Tom Harrison sehr begeistert von den roten Wandmalereien. Diese sind allerdings kaum mehr zu sehen. Wir steigen hinab in die Painted Cave 2 und sehen ein menschliches Skelett in einer Ausgrabungsstätte liegen, daneben, völlig ungeschützt, 2 historische Särge, die wie kleine Boote geformt sind. Die Menschen damals haben den Übergang in die nächste Welt wohl als eine Bootsfahrt gesehen. Zurück durch die Great Cave und auf dem Boardwalk, sind die Chinesen wieder gut drauf und beschallen alles in kilometerweitem Umfeld. ;-( Wir beschleunigen und der Ami und der noch halbkranke Schwede kommen völlig fertig im Park Headquarter an. Essen gibt’s in einem Riesenfoodcourt. Ich hab leider kein Birdnest bestellt, sondern „nur“ Hähnchen mit Reis und Gingertee. Und dann noch ein erfrischendes ABC. Der Ami traut sich nicht, was zu essen und wirkt noch fertiger. Dann zurück nach Miri. Ich bin auch etwas schlapp. Die Pinnacles-Beine halt…. .

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