Mo 02.08. (Gili Trawangan, Lombok) Heute früh werden wir mit dem Boot für die Tour nach Flores und zu den Komodo-Waranen abgeholt. Erst mit dem Boot nach Senggigi, das ist ein Strandort auf Lombok. Chaos im Office bis alle bezahlt haben. Insgesamt sind wir auf 3 Boote mit jeweils fast 20 Passagieren verteilt. So ist es also in der Hochsaison. Zuerst geht’s mit dem Bus nach Labuan Lombok. Da die Feierlichkeiten für die Unabhängigkeit am 17. August schon jetzt beginnen, sind die Straßen auf Lombok verstopft. Die Kinder der Grundschule dürfen sich nach ihrem Berufs- oder Lebenswunsch verkleiden und laufen in einer Parade auf der Straße. Leider hält das den Verkehr auf der ganzen Insel auf, die man normalerweise in ca. 1-2 Stunden durchqueren kann. Find’s trotzdem lustig, weil die Kinder, verkleidet als Doktoren, in einheimischer Tracht, als Prinzessin, als Sportler, als Braut, als Nonne und als Fischer, begeistert winken, wenn wir anhalten müssen und aus dem Fenster fotografieren. 18 auf unserem Boot, das eigentlich eher für 14 ausgelegt ist. Einige müssen unten schlafen.14 oben. Das Bötchen wird mit Lebensmitteln beladen, darunter 4 lebende Hühner, etwa hundert Ananas und natürlich sehr viel Reis. Wir starten in Richtung Sumbawa und werden dort bei einer kleine Insel halt machen und übernachten. Dann gibt’s Abendessen, Nasi Goreng. Früh schlafen, da um ca. halb drei der Motor gestartet wird und wir zur nächsten Insel aufbrechen. Schlafe nicht so gut, muss mich an das Matrazenlager mit 13 anderen und dem sehr lauten Motorengeräusch erst noch gewöhnen. Einige leiden unter Seekrankheit und brechen nachts hinten einfach über die Reling. Auch schön.
Di 03.08. (Boot bei Sumbawa) Frühstück um 7 und schon bald der erste Schnorchelgang, Leider gibt’s nur 16 Masken, gut, dass einige ihre eigene Ausrüstung dabei haben. Wir schwimmen zur Insel, und wandern ca. 30 Minuten zu einem Wasserfall. Enttäuschend. Denn er stinkt leider erbärmlich, vermutlich weil Trockenzeit ist und das Wasser unten steht. Bäh. Mir vergeht die Lust rauf zu klettern und ich leg mich ins mittlere Becken, das so einigermaßen sauber aussieht. Das ist das einzige Süßwasser, das wir in den 4 Tagen sehen werden…. Die nächste Insel heißt Satonda-Island und die Attraktion ist ein salzigem See, der vor vielen Jahren durch einen Tsunami entstanden ist. Das Wasser ist einfach in die Mitte der Insel reingeschwappt und dort geblieben. Nach einem Schnorchelgang im Meer und geht’s bergauf zum See. Joooh, ein See auf einer Insel halt. Das Schnorcheln hingegen find ich immer wieder gut und ich könnt ewig im Wasser bleiben und die vielen Fische und Korallen angucken. Dullah (Abkürzung von Abdullah) unser Guide meint, dass wir uns heute sehr müde laufen und schnorcheln sollen, da wir die Nacht durchfahren. Versuche mich zumindest müde zu essen 😉 Mit viel Reis und Ananas 😉 Fischcurry zu Mittag und später Mie-Goreng. Die Nacht wird jedoch zum Alptraum. Wir landen während der Fahrt in einem Gewittersturm und mitten in der Nacht müssen die 5 Untenschläfer nach oben umziehen, weil’s defnitiv zu nass und zu schaukelig wird. Als sie einmal komplett von der Matratze fallen und fast über Bord gehen, quetschen wir uns oben eng zusammen. Doch leider ist es hier nicht viel besser. Einmal rutschen alle Matratzen in meine Richtung, weil das Schiffchen nach backbord kippt und ich werde eingequetscht. Danke auch! An Schlaf ist erstmal nicht mehr zu denken. Überlege wie ich im Falle eines Falles von diesem Kutter kommen könnte. Hinten rausspringen ist die einzige Möglichkeit, da der Rest mit Planen abgedeckt ist. Allerdings auch nicht komplett, wie ich in dieser Nacht öfters mal zu spüren bekomme. Durch ein Loch zwischen 2 Planen schwappt mir das Meerwasser ins Gesicht. Lecker! Wie kommt das eigentlich 2m hoch? Angesichts der nur 3 Schwimmwesten (Titanic?) ist natürlich schwimmen zur Insel angesagt, wo wohl die nächste wäre? Diese und noch mehr Gedanken gehen mir in dieser schlimmen Nacht durch den Kopf und auch die anderen auf dem Schiffchen im Sturm sind recht unentspannt und manche haben sogar richtig Angst. Seekrankheit bricht bei der einen oder anderen wieder aus und es wird fleissig über Bord gebrochen. Die Enge ist allerdings jetzt ganz praktisch, man ist so gequetscht, dass man sich gar nicht festhalten muss, um nicht hin und her zu rollen. Ich schlafe irgendwann als es etwas ruhiger wird wieder ein. Und setze voll auf die Künste unseres Kapitäns.
Mi 04.08. (Boot bei Komodo Nationalpark) Alle sind von dieser Nacht komplett gerädert, einige haben vielleicht eine Stunde oder so geschlafen. Der erste Schnorchelausflug lässt sich recht langsam an. Als wir jedoch später Red Beach auf Komodo Island erreichen, sind die meisten Lebensgeister zurück. Ich sehe wieder 2 Schildkröten und richtig schöne Korallen. Und sehr große Fische (vielleicht 1m oder so lang) am Rand des Riffes. Dann geht’s weiter zu den Drachen. Wir landen bei Komodo-Island an. Hier sind angeblich nur wenige Warane zu sehen. Als wir gerade mal 10 Minuten auf der Insel sind, kommt der erste vorbei. Beeindruckend riesig. Und sollen sehr gefährlich sein. Die Wachen tragen lange Stöcke mit Gabelung am Ende um bei einem etwaigen Angriff einzugreifen. Ob das hilft, wenn so ein Tier angreift? Zuerst kann ich mir angesichts der trägen fette Tiere nicht vorstellen, dass diese wirklich Menschen angreifen, später jedoch werden einige von einem anderen Boot Zeugen, wie ein aggressiver Waran nach ein paar Leuten aus einer anderen Gruppe schnappt. Wir wandern auf einen kleinen Weg über die Insel und sehen leider unterwegs keine weiteren Warane. Allerdings ein paar kleine Hirsche und Rehe, welche gerne von den Warane gefressen werden. Die Landschaft mit ihrem trockenen hohen Gras, den vereinzelten sehr hohen Palmen und wenigen Büschen find ich faszinierend. Unten bei der Cafeteria hängen die nächsten Warane rum. Bin mir fast sicher, dass diese immer noch gefüttert werden, obwohl das natürlich vehement bestritten wird. Sie würden nur durch den Geruch nach Essen angelockt. Aha. Der letzte Angriff eines Waran auf einen Menschen war in 2005. Bei diesem wurde ein kleines Mädchen aus dem Dorf getötet. Gefunden wurde nur noch der Rumpf… Bei einem früheren Angriff hatte ein Schweizer Vogelforscher den Guide gebeten ihn allein zu lassen, leider war von ihm nur noch seine Brille und seine Kamera übrig. Nicht schön. Die Tiere hier werden bis zu 3-4 Meter lang. Frühere Exemplare von ausgestorbenen Waranen in Australien wurden wohl sogar 7 Meter gemessen. Mir reichen die ca. 2-3 Meter langen Ungeheuer, die sich unter der Cafeteria und dem Restaurant gemütlich eingerichtet haben. Warane haben eine Art Gift in ihrem Speichel, so dass bei einem Biss, das Beutetier langsam aber sicher zugrunde geht Darauf hat der Waran nur gewartet und macht sich ans Fressen. Dann fahren wir mit unserem Boot zur Bat-Island, um die Flying Fox, riesige Fledermäuse, bei ihrem Abendflug zu beobachten. Obwohl ich bereits in Borneo so viele kleine Batmänner gesehen hab, bin ich wieder begeistert, weil diese Tiere richtig groß sind. Ich schätze den Körper ohne Flügel auf ca. 30cm lang. Sie leben in einem Mangrovenhain und kommen bei Sonnenuntergang raus. Die Hühnchen mussten heute morgen sterben ohne, dass wir es mitgekriegt haben. Heute Abend bekommen wir diese serviert und nach kurzem Zögern ess ich davon. Da wir heute Nacht nicht fahren, kommen 2 der 3 Boote zusammen und wir machen ein bisschen Party bis zehn Uhr;-). Die meisten fallen recht früh ins Bett, kein Wunder bei der letzten Nacht. Ich schlafe diesmal unten, weil ein Mädel noch früher ins Bett gehen will als ich. Hat auch was, so komplett im Freien auf Deck zu schlafen. So lange es keinen Sturm gibt. Leider wird um halb drei nachts das Boot in eine andere Position gebracht und die Planen teilweise geschlossen, so dass wir wieder nicht durchschlafen dürfen. .
Do 05.08. (Boot bei Komodo Nationalpark) Nach dem Frühstück machen wir uns bereit für mehr Warane. Und zwar auf der Insel Rinca, die zum Komodo Nationalpark gehört und auf der man selbst zur Paarungszeit mehr Warane sehen kann. Da die Paarung in den Büschen stattfindet und auch die Kämpfe zwischen den Männchen im verborgenen geschehen, hatten wir auf Komodo nur 3 Warane gesehen. Die Insel ist einfach zu groß. Auf 1 Weibchen kommen übrigens 3 Männchen, was die Paarungszeit für die Männchen recht anstrengend macht Auf Rinca werden wir in 2 Gruppen eingeteilt, Long und Medium Trek. Da der Long Trek die meisten Warane verspricht, haben sich die meisten dafür entschieden. Dementsprechend groß ist die Gruppe. Zuerst fragt der Guide, ob eine der Frauen ihre Menstruation hätte, denn dann seien die Tiere besonders aggressiv. Sie riechen Blut meilenweit. Keine meldet sich, entweder aus Schamgefühl oder weil man so einen Bootsausflug besser nicht macht, wenn man seine Tage hat. Bald darauf sehen wir die ersten 4 Warane bei den Hütten rumhängen. Richtige Monster. Weiter auf der Wanderung sonnt sich ein Waran etwa 10 Meter neben dem Weg, er wärmt sich von der Nacht auf. Auf dem Weg zum Aussichtspunkt auf einem kleinen Gipfel sehen wir einen toten Büffel, der erst gestern von den Warane getötet wurde. 2 kleinere, ca. 1m lange, junge Exemplare hocken im Aas und fressen gemütlich. Erst als wir näher kommen, geben sie archaische Zischlaute von sich. Grausam faszinierend wie sie den toten stinkenden Büffel ausweiden und ihre Zungen spielen lassen. Fast oben angelangt sehen wir einen noch lebendigen Büffel, der hier gemütlich grast. Dass so ein riesiges Tier von einem „“Eidechse“ getötet werden kann…. Doch die Komodo-Warane sind gnadenlose Tiere, die auch gerne ihre Jungen auffressen. Deshalb werden verschiedene Löcher für die Eier gegraben, um die anderen Warane zu verwirren. Die Jungtiere leben bis zu 3 Jahre auf den Beinen in Sicherheit vor den älteren, die ab eine gewissen Größe nicht mehr klettern können. Ich komm mir vor wie im Jurassic Park und lieg nicht so falsch, weil diese Tiere wirklich aus der Dinosaurierzeit sind. Die Aussicht auf einen blaugrünen See und das Meer runden die kleine 2,5 stündige Wanderung ab. Glücklich und fasziniert von den „Kannibalen“ kehren wir auf unser Boot zurück. Dann fahren wir zum Mittagessen und Schwimmen an eine kleine Insel schon fast bei Flores. Wir haben auf dem Boot kein Süßwasser und keine Dusche, so dass jeder noch so salzige Wasserstopp besonders nach einer Wanderung in der Hitze allseits begrüßt wird. Wir hängen ein bisschen auf der Insel rum, und schon fahren wir weiter nach Labuanbajo, der Hafenstadt auf Flores und unser Ziel. Um 17Uhr gehen wir an Land. Ich verzieh mich in ein Restaurant, in dem wir später auch Essen werden und nehme eine Mandi-Dusche. Das ist eine einheimische Dusche, mit Schöpfeimer. Endlich nach 4 Tagen Süßwasser, juhu. Die meisten treffen sich in einer Bar mit Sicht auf die Bucht und den Hafen. Die anderen suchen sich eine Unterkunft für morgen, nur 5 von uns (ich auch) fahren morgen früh zurück. Wir essen in einem Restaurant am Hafen und zurück auf dem Boot machen wir noch ein bisschen Abschieds-Party. Auf dem Boot schlafen in der letzte Nacht fast alle, nur 4 Untenschläfer haben sich schon in ein Hotel verabschiedet.
Fr 06.08. (Labuanbajo, Flores) Mit 4 Jungs von unserem Boot mach ich mich auf den Weg zur Fähre und treffe andere von den anderen beiden Booten. Eine lange Reise liegt vor uns. 7 Stunden Fähre von Flores nach Sumbawa, 2 Stunden Minibus, der so eng und unbequem ist, dass er mich an Guatemala erinnert. Ich sitze auf einem Minihöckerchen im Mittelgang und weiß zum Schluß nicht mehr wie ich sitzen soll. Dann weiter in den Air Condition-Nachtbus, der die Insel Sumbawa durchquert. Von 19.30Uhr bis morgens um 9 Uhr. Leider stinkts abwechselnd nach Pisse und nach Zigaretten und mein Sitz ist kaputt, so dass ich ihn kein bisschen zurückstellen kann. Um ein Uhr nachts gibt’s „Abendessen“ in einem Restaurant auf der Strecke. Ohne Worte…
Sa 07.08. (Bus nach Mataram, Lombok) Wir setzen von Sumbawa nach Lombok über und fahren nochmal ca. 2-3 Stunden nach Mataram. Von der Hauptstadt trennen sich meine Wege von der Gruppe. Ich nehme ein Bemo, einen öffentlicher Minibus nach Lembar Hafen und dann die Fähre nach Bali und erreiche endlich um 17 Uhr Padangbai. Dort nehme ich mal wieder das nächstbeste billige Zimmer, diesmal hinter dem Tempel. Endlich richtig Duschen und sehr wohlschmeckendes Beef Rendang zum Abendessen. Nach einem Bierchen falle ich nach „nur“ 33 Stunden Reisezeit ins Bett.