Warum ausgerechnet der Rothaarsteig?
Weil er als „Weg der Sinne“ (oaaah) beworben wird und natürlich um Iris zu besuchen. Möchte erfahren, wieviel Kilometer ich täglich mit Gepäck wandern kann und ob ich 5 Tage durchhalte. Schließlich möcht ich ja einen Tafelberg besteigen in Venezuela.
Mi 26.08. Etappe Würgendorf-Rudersdorf: ca. 16km mit kleinem „Schlenker“ über Rodenbach. 4 Biker, 1 Jogger, 2 Spaziergänger, 2 Nazis (vor einem Mini-Forsthaus mit Deutschland-Fahne, versteckt im Wald, mit Fahne und Uniform), 11 Kühe, Pferde, 0 Wanderer, 0 Promis.
Do 27.08. Rudersdorf-Großenbach: ca. 23km. 41 Wanderer, 12 Radfahrer, nur 5 Kühe, 1 grellgrüne Libelle, 1 brauner Minifrosch (nur 2cm) groß, Schmetterlinge. Die Ilsequelle hat heilende Kräfte, weil sie vor allem rechtsdrehende Teilchen, also positiv magnetische, enthält. Wie in Lourde. Gut, wenns schee macht. Werde von Wandergruppen Ü70 gefragt, ob ich allein unterwegs sei und womöglich auch den Jakobsweg begehen möchte. Nene, ich möcht doch nur einen Tafelberg in Venezuela besteigen. Netter Abend mit einem Pärchen aus Bautzen und 2 Männern aus Rudersdorf. Die laufen 30km täglich. Ph, das mach ich morgen auch.
Fr 28.08. Großenbach-Rhein-Weser-Turm: ca. 30km. 9 Wanderer und viele Kühe und Pferde. Bin fertig, die Füße schmerzen und am Anfang hatte ich mich auch noch verlaufen. Das muß einer erstmal schaffen auf dem Red Hair Trail. Im Rhein-Weser-Turm gibts sogar ein Standesamt. Aber kein heiratswilliger Mann in Sicht 😉 Die Wirtin sagt gerne mal „Woll“. Das entspricht dem schwäbischen „gell“. Luschtig.
Sa 29.08. Rhein-Weser-Turm – Langewiese: ca. 29km. Schlechtes Wetter, kalt, erstmal ein Blick vom Turm. Leider sehr bedeckt. 44 Wanderer (es ist WE), 1 Eselchen, Pony, Pferde, Kühe. Übernachte im Schnitzelhaus, das von einem Ex-Jugo geführt wird und esse zum 3. Mal Schnitzel. Fühle mich sowieso in eine andere deutsche Zeit zurückversetzt: Überall Hirschgeweihe, Schnitzel, Kaffee+Kuchen, Cappuccino mit Sahneklecks oben drauf (Milchschaum gibts noch nicht), ordentliche Vorgärten, Tannen, Waldwirtschaft, Jäger und Deutschlandfahnen. In der Kaffeepause in Kühhude geht ein Graupelschauer runter. Sah aus wie Schnee. Die schnellen Wetterwechsel erinnern mich an Patagonien. Und das im Sauerland. Hängebrücke und Skulpturenpark, man gibt sich Mühe auf dem Weg der Sinne.
So 30.08. Langewiese-Deifeld: ca. 25km. Etliche Wanderer, 1 Schmetterling, 1 Eidechse, immer noch kein Promi. Nicht mal Marianne+Michael, die hier hervorragend passen würden. Dafür Quellen ohne Ende: Lahn, Sieg, Eder, Ilse (?), Ruhr, Dill, … Kalt, kalt, kalt, auf dem Kahlen Asten, auch in Winterberg nur 14 Grad. Heute ist Bürgermeister-Wahl in der Region. Der Wirt erzählt beim Abendessen, dass der parteilose Kandidat Brötchen an die Anwohner geschickt hatte. Ist das schon Bestechung? Heißes Thema im Ort.
Mo 31.08. Deifeld-Usseln. ca. 10km. Konnte leider nicht bis vor Iris Haustür laufen, weil sie mich vorher in der Ortsmitte abfängt. 😉 Schöner, gemütlicher Familientag
Di 01.09. Heimfahrt per Bahn und Auto. Hagen Bhf ähnelt dem Harry-Potter-Bahnhof. Das Gleis 4 ist neben 6 und 5 versteckt sich bei 6, allerdings weiter vorne. Alles klar?








