19.11.2009

Durch Medellin gondeln

Sa, 14.11. (Rio Claro) Der Rio Claro ist heute allerdings alles andere als claro. Das nächtliche Supergewitter hat ihn eher braun gefärbt und zu einem reißenden Strom gemacht. Gut, dass wir heute keine Höhlentour machen. Sonst hätten wir komplett durchtauchen können. Was machen die Fettvögel eigentlich, wenn ihre Schlafstatt überschwemmt ist. Dumm rumkreischen wahrscheinlich. Ich hab nicht gefragt. Wir fahren weiter nach Medellin, bekannt durch Pablo Escobar und seine Drogenmorde. Er hat die Stadt vermutlich komplett terrorisiert. Obwohl heute alles friedlich ist, ist mir die Stadt auf Anhieb unsympathisch. Das Hotel hat sich gut versteckt, die Adresse ist falsch. Wir müssen mit dem Bus steile Abhänge runter und wir Mädels müssen mal. Ein Supermarkt ist die Rettung. Und endlich am Hotel. Dann rauf in die Slums mit der Seilbahn, doch vorher durchs Zentrum und ab in die Metro. Am Plaza Perro ist es sehr ungemütlich, ich meine Drogenhandel gesehen zu haben und die Leute starren uns mehr denn je an. Die Metro ist sicher, die Gondel auch. Wie im Skiurlaub, nur der Skier und der Schnee (der vielleicht auch nicht) fehlen. Seite 2004 gibt’s die Seilbahn, um Touristen anzulocken und die Viertel auf dem Berg sicherer zu machen. Die Sicht ist toll. Und der frisch hergestellte Zuckerrohrsaft macht alle fit. Mit einer Minimaschine wird Zuckerrohr ausgepresst und mit Limonen eiskalt serviert, Hier wurde im roten Backsteinhüttenmeer ein schwarzer Betonklotz errichtet, das Kommunikationszentrum, vom spanischen König spendiert. Darin treffen sich Frauen und Kinder und wir. Danach gehen wir ins Pueblito Paisa, einem nachgebildeten Dorf der Region und essen mit Blick aufs Lichtermeer von Medellin. Aus der Ferne find ich die Stadt dann doch ganz nett.

So 15.11. (Medellin) Kurzer Besuch am Grab von Pablo Escobar. Ja, er ist wohl wirklich tot. Dann weiter nach Pereira auf die Kaffeefinca. Lange Fahrt. Buskoller, kann ja wohl jeder verstehen, der mal versehentlich oder aus freien Stücken 7h in einen Bus eingesperrt war. Auf der Finca lande ich erstmal in der Hängematte und denke, dass Frau Blixen hier wohl ihren Spaß gehabt hätte. Ok, Robert Redford ist nicht da und die Löwen auch nicht. Aber das Ambiente ist ähnlich. Wir trinken dafür Rotwein in Schaukelstühlen und blicken über die grünen Ländereien.

Botero-Pferd in Medellin

Botero-Pferd in Medellin

Nochmal Botero in Medellin

Nochmal Botero in Medellin

Seilbahn in Medellin

Seilbahn in Medellin

Kommentare

hey – mit Kolumbien scheint das richtige Abenteuer anzufangen – macht Spaß zu lesen und die lang ersehnten Bilder runden den tollen Bericht ab – auch in sich sehr breit „gefächert“ angefangen von den kulinarischen Aspekten bis hin zu den Latino Pussys ….da kann man nicht meckern !

Paß auf Dich auf – Gruß von:

Joachim & Co.

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