So 13.12. (Cuidad Bolivar) Wir werden um 7Uhr abgeholt, leider hungrig ohne Frühstück und direkt zum Flughafen. Nach einem glücklichen aber kurzen Wiedersehen mit Lars und nachdem wir die weiteren Übernachtungs- und Busfahrten im Gekko-Tour-Büro geklärt haben, steigen wir ins Flugzeug. Nur 4 Personen pro Flug, es ist eine Cessna. Oli ist gar nicht erfreut, Alex auch nicht. Sie darf aber immerhin Co-Pilotin sein, das heißt direkt vorne neben dem Pilot sitzen. Der Flug ist fantastisch, obwohl es ein paar Regenwolken gibt. Oli sagt für 1,5h gar nix mehr, Alex lacht bemüht und ich genieße und fotografiere einen Riesensee und die ersten Tafelberge. Ein Traum. Fantastisch, habe wieder das Canaima-Feeling von vor 11 Jahren. Wir landen und werden von Churun, unserem indianischen (Pemon) Guide am Flughafen in Empfang genommen. Lars ist mit einer anderen Maschine geflogen und ist somit doch nicht in unserer Gruppe, die sofort zum Wasserfall aufbricht. Schade und plöd für ihn, da sein Spanisch rudimentär ist. Bei uns ist ein junges englisches Pärchen, Adam und Emma, ein venezolanisches Paar Victor und seine Frau (Name so kompliziert, dass ich ihn sofort vergessen habe) und noch eine Engländerin, Moira. Die letzten 3 sind allerdings nur auf einem Kurztrip (2 Tage, wir 3) und fahren somit schon morgen früh zurück. Wir ziehen uns die Badeklamotten an und schwingen uns nach einer kleinen Holperfahrt im umgebauten LKW in das Langboot. Da wegen der Trockenzeit Niedrigwasser ist, wird die Fahrt etwas beschwerlich. Alle Männer müssen ab und zu das Boot schieben, die Hauptarbeit haben aber Churun und seine Kumpel, die fast in jeder Stromschnelle das Boot aufwärts schieben und steuern müssen. Die Fahrt ist eindrucksvoll, fantastisch, super, unglaublich und mir fehlen die Worte und ich krieg das peinlich glückliche Grinsen nicht aus dem Gesicht. Wir sehen Tafelberge und Flusslandschaft und ich kann vor lauter Begeisterung fast nicht mehr aufhören zu fotografieren. Ein Traum. Nach ca. 4h toller Bootsfahrt mit 2 kleinen Gehpausen und viel Sonne, Schatten, Nasswerden und spannendem Anschieben erreichen wir das Hängematten-Camp unterhalb des Salto Angel. Die 3 Kurzurlauber steigen mit Churun und Taschenlampen noch schnell zum Salto Angel hinauf, während wir es uns im Camp gemütlich machen. Churuns Angebot doch gleich mitzukommen, lehne ich dankend ab… Da es nix zum Waschen gibt, gehen wir in den rotbraunen Fluß (Rio Churun, ja heißt so wie der Guide) baden und uns waschen. Wobei hier nicht jeder mitmachen will, gell Oli. 😉 Weil er ja schon mehrfach beim Bootanschieben gewaschen worden ist. Anmerkung Oli: Unter Einsatz seines Lebens und Beinahe-Verlust seines Schuhs. Achja, das Wasser ist ja zu kalt. 😉 Als die Nachtschwärmer vom Salto zurückkommen, gibt’s endlich Abendessen und wir machen uns bereit für die Hängematten-Nacht. Victor hat noch ein paar Bier und Rum im Nachbarcamp besorgt und bedankt sich bei mir ausführlich dafür, dass ich ihm 2 Taschenlampen geliehen habe. Kein Problem das Bier kommt schon weg 😉
Mo 14.12. (Camp am Salto Angel) Nach einer etwas kalten Nacht in der Hängematte (nur Oli war warm, der hat sich 2 Decken besorgt, der Clevere), sind wir leicht verschlafen, es regnet, wie schon in der Nacht und die Laune sinkt etwas. Nur Alex ist gut drauf und macht Fotos von uns in der Hängematte. Die Kurzbesucher brechen nach dem Frühstück auf. Und für uns beginnt der spannende Part der Tour. Juhu, es geht zum höchsten Wasserfall der Welt. Dabei is eh schon alles nass. Von oben. Regenjacken sind nur was für Weicheier. (Oli und die Engländer haben welche, Alex hüllt sich in ihre Rucksackhülle. Churun und ich finden’s ohne viel schöner) Nach einer kleinen Flussüberquerung im Boot, wandern wir los durch den Regenwald zum Salto Angel. Nach ca. 1,5h schöner, leichter Wanderung mit übern Fluss springen, erreichen wir den Mirador und der Salto Angel zeigt sich von seiner besten Seite. Fast wolkenfrei, jedoch absolut regenfrei. Aufgrund des Wenig-Wassers (ist ja Trockenzeit) nennt Churun den Wasserfall liebevoll, luschtig „Salto Angelito“, den kleine Engel. Hab nicht gefragt, warums denn überhaupt in der Trockenzeit geregnet hat, will ja nicht kleinlich sein. Wir fotografieren wie die Weltmeister und posen um die Wette. Dann weiter nach oben zum im Engel-Baden. Churun hat jetzt das Posen unter der Wasserfall-Dusche übernommen. A la Davidoff-Werbung. Adam, Emma und ich springen auch rein (bin ja eh schon nass) und die beiden werfen sich auch unter den strömungsreichen Wasserfall. Ich trau mich nicht, weils Emma fast die Bikinihose auszieht. Oli und Alex gucken zu und machen Fotos. Wer zu lange in den Salto Angel schaut, soll laut Alex und den Indigenas dran sterben. Wir sind definitiv dem Tod geweiht…irgendwann halt. Dann geht’s leider schon zurück und nach einem lecker Spaghettiessen fahren wir schon im Boot zurück. Nochmal die spektakulären Tafelberge, an denen wir jetzt bei höherem Wasser einfach über jede Stromschnelle schanzen bis das Wasser hoch und ins Boot spritzt. Kurzer Halt am Happy-Pool. Hab ich eigentlich erwähnt, dass oben am Salto Angel der Jungbrunnen war. Hat sich gelohnt, fühl mich schon Jahre jünger. Happy simmer auch so, deshalb lassen wir diesen Pool mal aus. Ja, kalt isses jetzt auch ein bißchen. Nochmal kurz wandern zum Schluss bei einer gefährlicheren Stromschnelle und schon sind wir nach 3h (gefühlt nur 30Min) zurück in Canaima. An der Lagune mit Wasserfall und Palmen. In dieser Nacht schlafen wir in Kavac Tour Unterkunft. Zimmer mit Betten und Dusche, supi!!! Erstmal bißle abhängen. Während Oli duscht, amüsieren Alex und ich uns mit den Zauberhuthasen, die hier rumhängen. Im Garten nebenan sind 2 weiße Hasen. Die fallen wahrscheinlich bei misslungenen Tricks aus dem Zylinder direkt hier in Canaima raus. Komisch, das zwischen all den Tafelbergen und der tollen Lagune. Nach lecker Abendessen fallen wir mal wieder ins Bett.
Di 15.12. (Canaima) Nach dem Frühstück brechen wir zur Lagune auf. Heute ist „Hinter-dem-Wasserfall-laufen“ angesagt. Da ich ein Trauma vom letzten Mal habe, bin ich heute morgen nicht so begeistert. Schaumermal wie’s diesmal ist. Hab aber von anderen gehört, das es harmlos und sicher sein soll. Erstmal fahren wir mit dem Boot über die Canaima-Lagune an den tollen Wasserfällen vorbei. Beim letzten steigen wir aus und wandern dahinter. Super cool, aber ohne Rutschgefahr und Riskio. Ich bin begeistert. Wir duschen ein bißchen drin. Soll heißen Churun legt sich rein. Adam und Oli dann auch. Wir Mädels kneifen diesmal ein bißchen. Und fotografieren lieber Regenbogen und Wasserfall und die Jungs. Danach laufen wir an den Strand der Lagune und baden und brennen im Halbschatten unterm Busch. Schön hier. Dann zurück ins Camp. Dusche, Essen, Abschied und zurück in die Cessna. Lars ist wieder bei uns und wir lachen schon wieder. Der Flug ist diesmal ziemlich holprig. Alexandra ist mal wieder Co-Pilotin, kann aber bei den schlechten Flugkenntnissen nicht helfen. Oli haßt Lars dafür, dass er einfach einschläft. Dann endlich erreichen wir die lang ersehnte Posada La Casita in Cuidad Bolivar. Peter ist zwar etwas komisch, seine Posada allerdings Idylle pur. Oli und ich gehen erstmal in den Pool und unterhalten uns mit Larsito, der leider nicht mehr mit uns weiterreisen möchte. Er hat keine Zeit und reist nur noch nach Puerto Colombia. Nach Essen und Diskussion wie’s morgen nach Carupano weitergehen soll, fallen wir schon wieder ins Bett.

Altstadt in Caracas

Wasserfall beim Salto Angel

Halle der Helden in Caracas

Kaffeetasse auf Hochhaus in Caracas

Flug in Cessna nach Canaima

einer hat nicht so viel Spaß

Alex, die Co-Pilotin

Tafelberge

in Canaima

Gut vorbereitet für die Bootsfahrt zum Salto Angel

auf dem Weg zum Salto Angel

auf dem Weg zum Salto

Tafelberg Auyan Tepui

Alex und Oli

Tafelberg Auyan Tepui

Wir am Salto Angel

Laguna Canaima

am Salto Angel

Salto zum Durchlaufen an der Lagune Canaima

Salto an der Lagune Canaima