So 27.12. (Cumanà) Ich will in die Gran Sabana zurück zu den Tafelbergen! Heute früh erst mal mit dem Bus nach Puerto La Cruz. Ich erfahre, dass der Direktbus nach Santa Elena erst um 15Uhr fährt. Also 4 Stunden Aufenthalt im Busterminal. Interessante Studien im Wartebereich. Alle gucken Kinderfernsehen in furchtbarer Empfangsqualität, „Chicken run“ und so was, gleichzeitig läuft Musik irgendwoher, vor der Tür schreien die Busverkäufer die Ankunftsorte aus. CaracaCaracaCaraca (ohne s, damits schneller geht) laut und in unaufhörlicher Hartnäckigkeit ungefähr 50mal hintereinander. Die Kinder schlafen zum Teil auf Decken auf dem Boden, die Erwachsenen starren in den Fernseher. Wenn man richtig cool sein will als Mann, trägt man amerikanische Klamotten, d.h. T-Shirts von Baseballmannschaften und natürlich Kappen. Die Frauen quetschen sich in hautenge Hosen und gerne auch mal bauchfreie Shirts, wobei der Speck raus hängt. Der mobile Kaffeeverkäufer kommt ungefähr 20mal in den Raum und setzt sich irgendwann einfach dazu, weil ihn die Sendung im Fernsehen interessiert. Der Wartesaal hat eigentlich eine Klimaanlage, das scheint aber niemand zu interessieren und man öffnet zusätzlich die Fenster und lässt die Hitze rein, bis ein autoritärer Busangestellter freundlich darauf hinweist, das es so nicht geht. Die Toilette wird von 2 resoluten Damen regiert. Es gibt zwar kein fließend Wasser, aber nach jedem Besuch wird mit einem Eimer Wasser nachgespült. Bloß wie die Hände waschen, ach ja, dafür gibt’s einen Extra-Eimer Wasser. Endlich fährt mein Bus, kein Luxusbus, dafür auch nicht kalt. Interessanterweise werden wir bei einer Militärkontrolle im Abstand von 50m 2-mal kontrolliert. Egal, die wollen ja nur die Pässe sehen. Besser keine Fragen, man schüttelt nicht mal unwillig mit dem Kopf, ist eh zu müde dafür. In dieser Nacht zeigt sich mal wieder, dass ich auf jegliche Schlafsituation trainiert bin. Oli, ich kenne jetzt den Nachteil eines weniger klimatisierten Busses. Es stinkt.
Mo 28.12. (Santa Elena de Uairén) Nach 16h Fahrt erreichen wir mit nur 10Min Verspätung um 7 Uhr morgens Santa Elena. Die Gran Sabana konnte ich nur vage bei Sonnenaufgang aus dem Bus sehen. Eher flach, mit Palmen, und die Straße, die fast grade durchführt. Wo sind die Tafelberge? Ich lasse mich mit dem Taxi zu Backpacker Tours fahren, checke ein und erkundige mich nach der nächsten Roraima-Tour. Heute oder übermorgen. Heute kann ich definitiv noch nicht. Also übermorgen. Jetzt mal wieder das Geldproblem.Transfer is nich. Könnte über die Grenze nach Brasilien fahren und Geld abheben oder meine restlichen Dollars eintauschen. Der Bruder des freundlichen Backpacker-Mädel tauscht in Bolivares, wobei ich das Geld fast komplett wieder für die Tour und das Hotel abdrücken muss. Mist, das könnte knapp werden. Muss ja auch noch was essen und Busticket nach Manaus kaufen. Bin froh, wenn in Brasilien das Geldtauschproblem entfällt. Ansonsten ist in Santa Elena nix los. Ich bring Wäsche weg und geh ins Internet. Und esse im Café Goldrausch ein typisch venezolanisches Gericht: Lasagne. Naja, so schmeckt’s auch.

da will ich hin

mein Zimmer im Backpackers in Santa Elena
Di 29.12. (Santa Elena) Frühstück im Café Goldrausch. Danach ins Städtchen. Ein paar Geschäfte gibt’s hier und ich besorg mir Medikamentennachschub und Geld. Hier wird problemlos auf der Straße gewechselt, zum anständigen Kurs von immerhin 5 Bolivares pro Dollar. Mir isses langweilig und ich geh halt mal wieder ins langsamste Internet der Welt. Und packe meine Sachen für morgen. Gerade war Briefing-Gespräch mit dem Guide Benetton (ob der wirklich so heißt) und gleich geh ich mit Waltraud und Sascha essen, 2 Deutsche, die auch zum Trekken gehen. Bin gespannt auf den Roraima. Drückt mir die Daumen, das die Mitreisenden antibiotiaka-gedopt ruhig bleiben. Entschuldigt, dass es zur Zeit keine Fotos gibt, aber Internet in Venezuela ist sehr langsam, so dass ich Stunden brauche würde. Hole aber alles im Januar in Brasilien nach. Versprochen!