Mi 13.01. (Rio de Janeiro, Copacabana) Copacabana, das klingt richtig gut, gell? Andererseits muss ich sagen, dass ich den Eindruck habe, dass Brasilien nicht mein Land ist. So unverschämt man mich hier abzocken will, so was hab ich noch nicht erlebt. Aber von vorne. Die Stadttour ging um halb zehn los. Leider haben wir ca. 1,5h andere Leute abgeholt, so dass wir erst um 11Uhr richtig losgelegt haben. Erstmal am Strand von Ipanema lang, bis zu einem Strand, an dem die Gleitschirm-Flieger und Drachenflieger landen. Hatte mir vorher ja ernsthaft überlegt, dass eventuell zu buchen. Wer fliegt schon in Rio in einem Tandemflug runter an den Strand. Dann hat der Guide allerdings so ne Art Verkaufsveranstaltung hingelegt. Und schon hatte ich keine Lust mehr. Danach gings in den Park Ticuja. Aufen Berg, dort wohnen die Reichen und der Bürgermeister. Nach einem 10 Min „Hike“ (so stand’s wirklich im Programm), also einem Spaziergang zu einem Wasserfall, der früher zur Wasserversorgung in Rio gedient hat. Jetzt geht’s nach einem Buswechsel rauf zum Corcovado zur Christus-Statue. Die ist wirklich beeindruckend, doch vollkommen überfüllt hier und die Sicht ist vernebelt. Schade. Weiter nach Santa Tereza, einem Stadtteil, der früher vom Wasser von oben profitiert hat. Wir sehen vom Bus einige Villen, ein schneller Blick auf die gelbe Tram, die à la San Francisco aussieht. Wenn man sich nur dranhängt, koschts nix. Und auf die Kathedrale (Hä, wo isse denn?) Ach ja, der Glockenturm links steht neben der Kathedrale. Spiderman, der Franzose, war auch schon hier. Aha, das ist echt mal ne Information vom ansonsten stummen Guide. Keine Zeit zum Aussteigen, wir müssen weiter, weils morgens ja so lange gedauert hat. Danke. Bei einer Treppe, die vom berühmten chilenischen Künstler Saleron, gestaltet wurde, steigen wir endlich aus. Snoop Doggy Dog hat hier ein Video gedreht, der berühmte CSI Miami Schauspieler und U2 waren auch schon da. Soso. Man kann Kacheln hinschicken, die werden dann verbaut. Gefällt mir gut, sogar Stuttgart und Karlsruhe sind in Kacheln vertreten. Vielleicht find ich ja noch ne Heidelberg-Kachel, die er auch gern integriert. Die Assistentin vor Ort zeigt uns 2 Kacheln, die gerade aus Holland eingetroffen sind. Als wir weiterfahren, sehen wir plötzlich den Künstler himself. Er trägt einen roten Hut und einen grauen Künstlerbart. Ein Überlebender aus der Hippiezeit also. Er grinst sich eins, als einer von uns ein Foto ausem Bus macht. Der denkt sicher, Touris, sind die plöd!
Hunger! Aber optional lunch is nich laut Guide. Er will ja sowieso lieber gleich nach Hause. Also liefert er uns um ca. 15Uhr (sollte 16Uhr sein) am Zuckerhut ab, damit er in seinen nicht verdienten Feierabend abhauen kann. Habe mich mit Yi, einer Chinesin, die in London lebt, und Hally, eine Amerikanerin, die Buenos Aires lebt, angefreundet. Yi werde ich übrigens in der Antarktis auf der MS Ushuaia wiedersehen. Ich freu mich sehr, weil Yi wirklich nett ist. So lustig, dass ich immer Leute treff, die ich dann bald wiedersehen werde. So klein kann doch die Welt nicht sein. Ist sie aber. Susan und Crystal, die ich von Guatemala kenn, seh ich ja bald in Bolivien. Wir fahren mit der Seilbahn hoch. Erinnere mich an die James Bond Szene als der Beißer oben auf der Bahn steht und mit James kämpft. Die heutigen Gondeln sind aktueller, die alte James Bond Gondel ist am 1. Umsteigepunkt in Urca zu sehen. Dann hoch zum Pao de Azugar. Viele Fotos, leider einige vernebelt. Denke oben kurz über einen Heli-Flug nach. Aber 10€ die Minute ist dann doch zu teuer. Zurück am Boden versucht uns ein Taxifahrer abzuzocken. Bin verärgert und steige wieder aus. Daraufhin ist er sauer. So was hab ich noch nicht erlebt. Abzocke ist noch ok, wenn sie einigermaßen gesittet und freundlich ist. So nicht. Wir einigen uns letztendlich auf den Taxameter, der dann die Hälfte des genannten Preises ausspukt. Er schmollt dennoch. Ich will weg von der Rio-Abzocke. Menno. Wo bleibt denn, der berühmte südamerikanische Charme? Essen im Buffet-Restaurant und danach meinen obligatorischer Maracuja-Saft. Michael, konnte mich übrigens nicht für den Guarana-Drink hier erwärmen, meine letzte Flasche hab ich an die Schweizerin verschenkt. Gut, sie war warm, vielleicht probier ich sie ja nochmal in kalt.Rückflug von Recife nach Sao Paolo wird teurer als geplant.Selber schuld, dass ich so wenig Tage für Brasilien eingeplant hab. Ansonsten hab ich nix anzuziehen, um hier auszugehen. Mist, nur die plöden Trekkingklamotten, vielleicht sollte ich mal Kleidchen shoppen gehen, um dann doch mal Brasilien richtig weggehen zu können. Aber mein Trolley ist schon auf 23kg angeschwollen. Hab denn Eindruck, meine Glücksträhne ist kurz unterbrochen. Darüber muss ich wegsehen. Alles wird gut. Und Brasilien muss ich vielleicht später nochmal bereisen. Ohne Zeitdruck und ohne Abzocke. Und mit Bibliothek in Rio….(gell, Michael) Ab Salvador sieht die Welt vielleicht eh nochmal anders aus. Falls ich die 27h Busfahrt übersteh….
Kleiner Rio-Exkurs: Mir hat die Stadt im nachhinein doch gut gefallen, weil man die Orte, die man bisher nur von Bildern und Filmen kennt, jetzt endlich mal in „echt“ sieht. Allerdings meine ich, dass Rio noch von seinem Charme und Ruf der 60er und 70er Jahre lebt. Girl von Ipanema und der Copacabana-Schönheitsdrang, bei dem die Leute auch heute gerne ihren Körper zeigen und in Badehose und Bikini vom Strand in die Stadt rumlaufen. Der Zuckerhut ist toll, der Corcovado überfüllt und die Copacabana net so toll und trotz Sicherheitsmaßnahmen und vielen Leuten gefährlich Nicht dass ich das erlebt hätte, aber eine Polin, die ich getroffen habe, ist 2mal tagsüber am Strand überfallen worden.

ohne Füße vorm Wasserfall

Wasserfall in Rio im Tejura Nationalpark

Kopfloser Christus

toller Zoom

Christus und ich

brasilianische Kids

Zuckerhut im Nebel

Kacheltreppe

Selbst meine Geburtsstadt ist vertreten

Seilbahn zum Zuckerhut

die Copacabana

Christus-Berg